EM Fun Facts 2016 – Spezial

Die EM läuft, die Erkenntnisse der ersten Woche lassen sich einfach zusammenfassen: Gewöhnliche Vorabendunterhaltung. Wenig Spannung, überschaubares Niveau, aber die Kasse stimmt. Und da mein Job, die absurdesten nur denkbaren und dabei völlig wertlosen Statistiken aufzustellen, längst von Kommentatoren übernommen wird, bin ich nach Paris gereist, um die Partie Deutschland-Polen anzuschauen. Praktischerweise ist das Rahmenprogramm der UEFA vor dem Anpfiff ein derart überflüssiger, aufgeblasener, verachtenswerter und vollkommen austauschbarer Affenzirkus, der in dieser Form problemlos bei jeder anderen Sportart aufgeführt werden könnte. Ein Leichtes also, eine Fun Facts Spezial  mit Randnotizen aus dem Stade de France über Event- und Marketing-Scheiß zu füllen. Und damit kenne ich mich aus – ich bin schließlich aus Leipzig. EM Fun Facts 2016 – Spezial weiterlesen

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EM Fun Facts 2016 – Teil 2

Begegnungen

  • Warum das Eröffnungsspiel 1:1 ausgeht #1: In einem Eröffnungsspiel gewann der Gastgeber das letzte Mal im Jahr 2000. (Belgien – Schweden 2:1)
  • Warum das Eröffnungsspiel 1:1 ausgeht #2: Von den bisherigen vier Erstrunden-Spielen Rumäniens endeten drei unentschieden – das letzte 2008 gegen Frankreich.*
  • Island ist näher, als man glaubt: Im Kampf der am weitesten voneinander entfernten Hauptstädte zweier Gruppengegner belegt Island-Ungarn nur Rang zwei (3.070 km Luftlinie) hinter Spanien-Türkei 3.080km Luftlinie)

*Dass Frankreich 1996 Rumänien geschlagen hat, ist für das heutige Ergebnis natürlich völlig irrelevant.

Teilnehmer

  • Im isländischen Team heißen sämtliche Spieler …son – außer Eidur Gudjohnsen.
  • In Österreichs Mannschaft tragen zwei Spieler die Rückennummer, die der Anzahl der Buchstaben ihres Nachnamens entspricht: Christian Fuchs (5) und Julian Baumgartlinger (14).
  • 15 Nationalspieler Österreichs stehen bei deutschen Vereinen unter Vertrag. Im deutschen Kader sind es derer 13.
  • Der jüngste Spieler der EM kommt aus England. Marcus Rushford wird Ende Oktober 19 und ist somit zwangsläufig der glücklichste Engländer im Team: Er hat die wenigsten Erinnerungen an die 50 titellosen Jahre der „Three Lions“.
  • Ungarn hingegen stellt den ältesten Spieler des Turniers: Torwart Gabor Kiraly, 40. Für die Sportmode bedeutet das: Die Jogginghose kommt zurück!

Exkurs: Farbenlehre

  • Die Farbe, die in den Flaggen der meisten Teilnehmer (20/24) vorkommt, ist rot, gefolgt von weiß (17) und blau (11). Weiß kann somit seinen Titel von 2012 (13/16) nicht verteidigen.
  • Die einzige Farbe, die auf einer Flagge aber auf keinem einzigen Trikot auftaucht, ist rosa. (In Spaniens königlichem Wappen lauert ein rosa Löwe. Eine Farbe, die auf dem Auswärtstrikot, das im Netz als „erbrochene Paella“ verspottet wurde, nicht negativ aufgefallen wäre.)
  • In keiner Flagge, dafür auf mindestens einem Trikot vorhanden: violett, grau, türkis.

Zusatz

  • EM-Austragungsort Nizza ist bekannt für seine frische, saisonal unterschiedliche Küche. Ganzjährig gibt es dort nur die „Nizza Vier Jahreszeiten“.

EM Fun Facts 2016

Das erste Mal gehen bei einer Fußball-Europameisterschaft 24 Teilnehmer an den Start. Also acht mehr als zuletzt. Und trotzdem hat sich Holland nicht qualifiziert. Das alleine sollte schon reichen, um erheitert durch das Turnier zu kommen, das am 10. Juni beginnt. Aus Tradition folgen hier dennoch einige Fun Facts, mit denen garantiert auch Fußball-Muffel beim Public Viewing in der Sportbar beeindrucken können. EM Fun Facts 2016 weiterlesen

Wer nicht wagt…

Ukraine – Deutschland 3:3

Ende 2009, wenige Monate vor der Kadernominierung zur Weltmeisterschaft in Südafrika, stellte Joachim Löw das Spielsystem der deutschen Nationalmannschaft in einem Testspiel gegen den späteren Gastgeber um. Das Experiment damals lautete 4-2-3-1 mit dem jungen Özil erstmals auf der Spielmacherposition. Gestern testete die DFB-Elf erneut kurz vor der Kaderbenennung gegen den künftigen EM-Gastgeber Ukraine und wieder stellte Löw das System um. Der will doch wohl nicht…? Wer nicht wagt… weiterlesen

Eine Lektion für die Öffentlichkeit

Ungenaues Passspiel, körperliche Unterlegenheit, fehlende Kreativität bei den Standards und letztendlich ein individueller Fehler von Saskia Bartusiak bescherten der deutschen Frauen-Nationalmannschaft gestern das bittere Aus im Viertelfinale der Heim-WM gegen Japan. Während bei den Spielerinnen Trauer und Frust herrschen, reibt sich die Nation verwundert die Augen. Eine Niederlage? Im Viertelfinale? Gegen Japan? Das geht doch gar nicht! Was die Trainerin längst wusste, musste die Öffentlichkeit gestern schmerzlich lernen: Die Zeiten, in denen Frauenfußball bedeutete, dass 22 Frauen dem Ball hinterher rennen und am Ende gewinnt immer Deutschland, sind vorbei. Eine Lektion für die Öffentlichkeit weiterlesen

Halbzeitanalyse

Zwischenbilanz der FIFA Frauen-WM 2011

Wenn heute Abend gegen 19:50 Uhr die Partie zwischen Brasilien und Norwegen abgepfiffen wird, feiert die FIFA Weltmeisterschaft der Frauen Bergfest, die Hälfte der Spiele ist dann absolviert. Zeit, ein kurzes Zwischenfazit zu ziehen. Halbzeitanalyse weiterlesen

Das Leid mit der Kultur

Der Aschermittwoch ist im politischen Geschäft traditionell der Tag des große-Reden-Schwingens. Zentraler Inhalt ist stets die Diskreditierung der restlichen Parteien. Streckenweise hat man den Eindruck, man sei bei einem Komiker-Casting und es ginge darum, den besten Spruch zu reißen. In diesem Falle hätte heute Margarete Bause, Fraktionsvorsitzende der Grünen im bayerischen Landtag, gewonnen: „Die Lichtgestalt hat sich als Blendgranate erwiesen und der Messias war dann doch nur ein Scharlatan. Der Gesalbte hat sich bei genauerem Hinsehen als der Gegelte herausgestellt.“ (Heute.de) Das Leid mit der Kultur weiterlesen