Für später

Ein kopfgesteuerter Mensch wie ich macht sich gerne Pläne. Für den Tag, für die Arbeit, für die statisch sinnvollste Anordnung der Lebensmittel im Einkaufswagen. Dass ich mich an so einen Plan dann auch halte, kommt zwar selten vor, aber er sortiert die Gedanken. Deshalb habe ich neulich über meinen Grabstein nachgedacht. Für später weiterlesen

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Biergespräche – Lizenz zum Scheiße sein.

Nach keiner wahren Begebenheit

„Machst du uns noch zwei?“
Es war spät geworden. Selbst der Barkeeper sah aus, als wollte er nur noch nach Hause, brachte uns aber verlässlich Nachschub. Wir waren in einer dieser Szenekneipen. Rauchen natürlich erlaubt, Sessel und Couches statt Stühle und Bänke, Slow Jazz aus den Boxen. Vor ein paar Stunden war es noch Hipster-Elektro gewesen. Keine Ahnung, warum wir ausgerechnet in dieser Bar gelandet waren. Noch nicht mal das Bier war hier besonders billig. Die meisten Gäste waren längst weiter gezogen, in Clubs, in die laue Sommernacht oder in ihr Bett. Ein paar Sitzecken waren noch belegt. Links neben uns saß, wenn man das so bezeichnen konnte, ein Pärchen so sehr ineinander verschlungen, dass sie wohl bald ermahnt werden würden, sich ein Zimmer zu nehmen, sollte es zu heiß werden. Auf der anderen Seite verabschiedete ein Junggeselle mit seinen Kumpels lauthals auch den letzten Gedanken an seine Verlobte. Biergespräche – Lizenz zum Scheiße sein. weiterlesen

Die unglaubliche Reise in einem verrückten Fernbus

Oder: Murphy’s Law auf Tour

Leipzig – Stockholm. 24 Stunden, leicht bepackt, mit Bahn und Bus. Nicht ganz so beschwerlich wie eine Reise mit der Postkutsche, die Balkanroute oder eine S-Bahn-Fahrt nach Halle, zumindest im Normalfall. Man kann es sich aber auch kompliziert machen. Denn sagen wir mal so: Hätten die ersten Menschen beim Aufbruch aus Ostafrika diese Busfahrer gehabt – unsere Art wäre bis heute ein lokales Phänomen Äthiopiens geblieben. Die unglaubliche Reise in einem verrückten Fernbus weiterlesen

20 Jahre Leipzig

In diesem Monat ist es genau 20 Jahre her, dass ich mit meiner Familie nach Leipzig gezogen bin. Besser gesagt meine Familie mit mir, denn als zweijähriger Knirps hatte ich bei dieser Entscheidung kaum Mitspracherecht. Seither lebe ich in dieser schönen Stadt und habe hier trotz diverser mehr oder weniger langen Wohnaufenthalte in meiner alten Heimat in Nordrhein-Westfalen oder in Meißen mein einziges echtes Zuhause. Ein Zuhause, das ich in der ganzen Zeit nicht nur lieben, sondern auch gut kennen gelernt habe. 20 Jahre Leipzig weiterlesen

Verfassungsschutz-approved!

„Zeitungszeugen – Geschichte erlesen“

Mittwochabend während der Redaktionssitzung, als wir eigentlich auf erste Einschätzungen zum Wulff-Interview warteten, überfiel uns dieser Werbespot für das Magazin „Zeitungszeugen“. Seit Donnerstag ist diese Zeitschrift wieder im Verkauf. Sie sammelt Nachdrucke von Zeitungen aus der Zeit des Nationalsozialismus mit dem Ziel, dem Leser zu vermitteln, wie bestimmte Ereignisse damals verbreitet und aufgenommen wurden. Kommentare von Historikern sollen die Inhalte einordnen. Wir besorgten uns tags darauf die erste Ausgabe, denn Werbung und Aufmachung des Magazins waren für uns als Satire-Redaktion gefundenes Fressen. Erst recht, da unsere Sendung „Nachschlag“ heißt und folglich mit „NS“ abgekürzt werden kann… Hier nun das bissige Ergebnis mit Anmoderation: Verfassungsschutz-approved! weiterlesen

Wo warst du?

Du fährst mit dem Zug stundenlang durch ein trostloses Nichts mit kargen Nadelwäldern und verlassenen Seen, fernab jeder Zivilisation mit einem Handy-Netzempfang, der in jedem Tunnel besser ist.

Du trittst aus dem Hauptbahnhof heraus und bestaunst die Mondlandschaft vor dem Palast der Republik der Stadthalle. Wo warst du? weiterlesen