20 Jahre Leipzig

In diesem Monat ist es genau 20 Jahre her, dass ich mit meiner Familie nach Leipzig gezogen bin. Besser gesagt meine Familie mit mir, denn als zweijähriger Knirps hatte ich bei dieser Entscheidung kaum Mitspracherecht. Seither lebe ich in dieser schönen Stadt und habe hier trotz diverser mehr oder weniger langen Wohnaufenthalte in meiner alten Heimat in Nordrhein-Westfalen oder in Meißen mein einziges echtes Zuhause. Ein Zuhause, das ich in der ganzen Zeit nicht nur lieben, sondern auch gut kennen gelernt habe.

Viele Facetten dieser abwechslungsreichen Olympiastadt der Herzen durfte ich erleben. Nun sind zwei Jahrzehnte auch viel Zeit, sollte man meinen. Genug, um alles einmal getan zu haben, was einem die Stadt anbietet. Aber wie das bei Angeboten so unmittelbar vor der Haustür oft ist, waren auch für mich einige davon zu einfach, zu selbstverständlich, um sie tatsächlich in Anspruch zu nehmen. Anlässlich meines 20-jährigen Leipzig-Jubiläums  hier also eine Liste an Dingen, die ich bislang versäumt habe, zu tun:

  • Auf die Aussichtsplattform des Uni-Riesen/MDR-Towers/City-Hochhauses gehen
  • Den Uni-Riesen überhaupt mal betreten
  • Eine Bootstour durch die Kanäle
  • Ein Spiel des HCL besuchen
  • Einen Beschwerdebrief an die LVZ schreiben
  • Ein Konzert oder eine Party in der Moritzbastei besuchen (die 15 Minuten auf der Ersti-Party zählen nicht)
  • Am Seifenkistenrennen auf dem Fockeberg teilnehmen
  • Auf dem Fockeberg Silvester feiern
  • Völkerschlacht-Schauspiel an selbigem Denkmal besuchen
  • Das Bildermuseum besuchen (bin bislang nur bis zur Lobby gekommen)
  • Das Stadtgeschichtliche Museum besuchen
  • Die Deutsche Nationalbibliothek betreten
  • Ein Pferderennen auf der Rennbahn Scheibenholz ansehen
  • Mit der Partytram fahren
  • Belantis besuchen
  • Beim Schwarzfahren erwischt werden
  • Ein Fahrrad klauen

Ich habe also noch genügend Programm für die nächsten Jahre in Leipzig. Und dennoch ist es, wenn man sich mal eine Weile damit beschäftigt, auch irgendwie beängstigend, wie viele eigentlich für Touristen prädestinierte Orte und Events ich besucht habe. Trotz der obigen Versäumnisse, so denke ich, ist meine Bilanz auch was das Pflichtprogramm für jeden echten Leipziger angeht, durchaus vorzeigbar. Auch hierfür habe ich eine kurze Liste zusammengetragen, für alle Leipziger zum Abgleichen mit eurer Liste und für alle (Noch-)Nicht-Leipziger möglicherweise als Anregung. Ich bin/habe:

  • Mich über Halle lustig gemacht
  • Spiele von Lok, Sachsen und RB Leipzig in deren jeweiligen Stadien, sowie Spiele der UniRiesen besucht
  • Mit der Parkeisenbahn um den Auensee gefahren
  • Zoo, Tierpark und Botanischen Garten besucht
  • Konzerte/Vorstellungen in Gewandhaus, Oper, MuKo, Centraltheater und Thomaskirche besucht, inklusive Classic Open (nicht nur das, ich stand als Schüler sogar auf zwei Bühnen dieser Häuser)
  • Mit Fahrrad und Fahrrad-Kutsche um den Cospudener See gefahren und darin gebadet
  • Buchmesse, ami-Messe, Modell&Hobby-Messe besucht sowie diverse Veranstaltungen auf dem Agra-Gelände
  • Das Völkerschlachtdenkmal erklommen
  • Im Kohlrabizirkus Schlittschuh gelaufen und in der Soccer World Fußball gespielt
  • Das Panometer besucht, ebenso wie das Zeitgeschichtliche Forum, Grassi- und Naturkundemuseum
  • In Auerbachs Keller und im Riquet gegessen bzw. Kaffee getrunken
  • Urlaubstage in Schrebergärten verbracht
  • Auf der Kleinmesse gewesen
  • Das Wasser im Becken von Specks Hof zum Schwingen gebracht
  • Fausts Schuh berührt
  • An Studentendemos teilgenommen
  • In einem City-Tunnel-Informationszentrum gewesen
  • Diverse Veranstaltungen in Haus Auensee, Arena Leipzig, Werk II und Schaubühne Lindenfels besucht
  • Ein Feuerwerk auf der Festwiese erlebt
  • Im Johannapark gerodelt und an Schneeballschlachten teilgenommen
  • An einer Stadtrundfahrt im „Gläsernen Leipziger“ teilgenommen
  • Auf der Großen Wiese Drachen steigen lassen
  • Auf der Großen Wiese Sterne geschaut
  • Dem MDR einen O-Ton gegeben und RTL in der WG gehabt
  • In Sachsentherme, Poseidon, Riff, Stadtbad, Ökobad Lindenthal und Wackerbad „schwimmen“ gewesen
  • Einem Punk am Hauptbahnhof Kleingeld gegeben
  • Gegen Nazis demonstriert
  • In der Uni-Klinik und im St.-Georg-Krankenhaus behandelt worden
  • Dreharbeiten von Soko Leipzig und dem Tatort beobachtet
  • Am Set von „In aller Freundschaft“ gewesen
  • Führungen durch Altes und Neues Rathaus bekommen
  • Eine halbe Stunde auf die eingeschneite Straßenbahn gewartet
  • Ein Fahrrad gestohlen bekommen und dies nicht zur Anzeige gebracht

Keine der beiden Listen erhebt Anspruch auf Vollständigkeit. Wenn ich etwas vergessen habe, das man in Leipzig unbedingt mal getan haben muss, schreibt es mir! Und nein, zu Silvester am Connewitzer Kreuz Einrichtungen demolieren gehört nicht dazu.

PS: Ich bitte noch einmal, die derzeitige Schreibflaute zu entschuldigen. Sie ist meiner Arbeit geschuldet, die mich momentan ziemlich auf Trab hält. Wer dennoch an Texten von mir interessiert ist, sei auf die satirische Radiosendung verwiesen,  für die ich wöchentlich aktiv werde.

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6 Gedanken zu „20 Jahre Leipzig“

  1. Abgleich: 8 Punkte der ersten Liste bereits abgehakt, dafür stünden 12 von der zweiten noch aus. Auf manche davon verzichte ich gerne, aber auf einer Demo kann man schonmal gewesen sein. :) Vielleicht als Anregung zur Vervollständigung: von einem Ende der Stadt bis zum anderen laufen. Auf dem Cossi surfen. An einem Flashmob teilnehmen. Im Sommer barfuß durch den Brunnen vor der Oper laufen (macht man nur einmal). Eis bei San Remo kaufen und auf einer Parkwiese verzehren. Straßenmusik machen. Weihnachtsmarkt (lässt sich kaum vermeiden). 24 Stunden Campusbibliothek. Nachts zwischen 2 und 4 durch die Bahnhofshalle laufen.

    1. Davon habe ich bereits erledigt: Barfuß durch den Brunnen, San-Remo-Parkwiese, Weihnachtsmarkt, Bahnhof nachts. Straßenmusik nur in Meißen, Campus-Bibliotheks-Campen haben wir seit 2009 vor… ;)

  2. Starke Listen, erinnert mich stark an meine Zeit in LE. Aber: Du warst nie auf dem Uni-Riesen. Habe ich in drei Jahren mindestens 3x gemacht, glaube ich. Lohnt sich!

  3. [Sehr spät, ich weiß, aber ich schmökerte gerade in deinem Blog]
    Einen Bubbletea kaufen, davon den Tee trinken und mit den Bubbles auf ahnungslose Passanten schießen… ;-)

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