Fail Blog Schmand Style #2

Mein letzter Artikel über TV-Werbung liegt fast ein Dreivierteljahr zurück. Höchste Zeit, die aktuelle Lage zu analysieren! Heute habe ich mich für drei Kategorien entschieden, in denen mir jeweils zwei Spots bzw. Spotpaare aufgefallen sind.

1. Kategorie: It is Gurken

Schlechtes Englisch in deutschen Werbungen kennen wir nicht erst seit SolarWorld und „Schein, Baby, schein!“ Auch Lieder schützen nicht vor deutschem Akzent. Diese Erkenntnis hat uns Somfy schon vor einiger Zeit mit dem nervigen Ohrwurm „It’s so easy, it’s Somfy“ gebracht. Nun haben sie ihre Werbung noch einmal perfektioniert. Jetzt singt man dort von einem „Homoschen„.

Kaum besser sind die Sängerinnen, die versuchen, betont englisch zu singen, indem sie beispielsweise Endungen verschlucken oder Vokale unsauber aussprechen. Der Haushaltsgerätehersteller Beko hat für seine aktuelle Werbung einen Song schreiben lassen, der in diversen Ländern Europas in der Landessprache läuft, nur in Deutschland natürlich auf englisch, damit es nicht ganz so bescheuert klingt. Problem an der Sache: Wer die Sprache nicht versteht, fragt sich, was zur Hölle „It is Gurken“ bedeuten soll.

Kategorie 2: Kommt mir bekannt vor…

Es folgen zweimal zwei Spots, bei denen es sich lohnt, sie unmittelbar nacheinander anzuschauen.

Weitestgehend bekannt sein dürfte die Kampagne der Ergo Versicherungsgruppe, in der ein Protagonist durch die Gegend läuft und in die Kamera seine Klagen über das Versicherungswesen loswird. Dem Ausgangsspot folgten mittlerweile unzählige weitere. Kürzlich hat sich noch ein zusätzlicher Werbespot dazugesellt. Allerdings mit dem falschen Unternehmenslogo…

Noch lachhafter wird es  für die Commerzbank, wenn man bedenkt, dass ihre Kopie der Hommage an die Ergo-Kampagne quasi nur die Umsetzung einer Idee in dritter Instanz ist. Schließlich hat man sich bei Ergo (bzw. deren Partneragentur) sehr stark von High Fidelity inspirieren lassen.

Im zweiten Beispiel haben die Werber so etwas wie Langzeitgedächtnis bewiesen. In den letzten Tagen läuft im Ersten auf prominenten Werbeplätzen vor der Sport- und der Tagesschau ein groß angelegter Imagespot des amerikanischen Konzerns General Electric, kurz GE, unter dem Slogan „Das GE in Germany“.

Vor genau sechs Jahren gab es so eine Imagekampagne schon einmal. Damals ging es nicht um das „GE in Germany“, sondern um Germany an sich. Die Kampagne trug den Namen „Du bist Deutschland„. Alleine die Machart ist erschreckend ähnlich, wenn auch noch im Rahmen der im Werbebusiness üblichen Nachahmung eines erfolgreichen Konzepts. Richtig peinlich wird es erst bei der Musik, die dem Spot seine Stimmung verleihen soll. Ganz offensichtlich hätte man hier am liebsten die Oscar-nominierte Filmmusik zu Forrest Gump aus dem „Du bist Deutschland“-Spot übernommen. Damit das auch dem letzten klar wird, wurde selbst der gleiche und für das „Forrest Gump“-Thema irgendwie auch charakteristische Tonartwechsel übernommen. Und das gleich am Anfang und nicht erst wie von Alan Silvestri an einem dramaturgisch sinnvollen Zeitpunkt.

Kategorie 3: Oh, Heimatland!

Zum Schluss ein Blick vor die eigene Haustür. Für seine (überregionale) Fernsehwerbung ist der Werbestandort Leipzig nicht wirklich bekannt. Dazu trägt mutmaßlich auch bei, dass hierher nur Spots kommen, die nicht unbedingt dazu animieren, hier entwickeln und produzieren zu lassen. Schade eigentlich. Nun ja. Wenigstens kann man sich drüber lustig machen, dass ein großes Unternehmen wie Unister so geizig ist, dass es für Travel 24 dermaßen billige und schlechte Werbung produzieren lässt. Da haben nicht nur die Figuren im Clip einen schlechten Deal gemacht… (Wobei leider zu befürchten ist, dass die Kampagne trotzdem sehr erfolgreich war)

Mein aktueller Lieblingsspot, der es wahrscheinlich auch bis in alle Ewigkeit bleiben wird, kommt aber vom Leipziger Unternehmen Back&Frost. Jedes Wort ist hier eins zu viel. Zurücklehnen und genießen!

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2 Gedanken zu „Fail Blog Schmand Style #2“

  1. Bei dem Back&Frost-Spot will man einfach nur im Boden versinken und nie wieder auftauchen. Nach unten gibt’s echt keine Grenze…

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