Panic! At The Disco – The Ballad Of Mona Lisa

Panic! wieder mit Ausrufezeichen

Die Geschichte von Panic! At The Disco ist ziemlich unstet. Ihr Debüt-Album „A Fever You Can’t Sweat Out“ war laut, aufwändig, oft an der Grenze zum Durcheinander, eben echter „Alternative Rock“. Die Titel der Lieder waren teilweise länger als so mancher Songtext, die Stimmung immer leicht beunruhigend (Beispiel). „Panic!“ mit Ausrufezeichen war ein völlig passender Name. Drei Jahre vergingen bis zum nächsten Album, „Pretty. Odd.“ aus dem Jahr 2008. Beim Anhören rieb sich damals so mancher Fan verwundert Augen und Ohren. Das Ausrufezeichen war aus dem Bandnamen verschwunden und auch der Musik fehlte jede Aufregung (Beispiel). Ruhig und gelassen zauberten die Jungs aus Las Vegas gefällige Musik, die mindestens ebenso hörenswert war, nur eben so gar nicht „Panic!“.

2009 verließen Gründungsmitglied Ryan Ross und Bassist Jon Walker aufgrund musikalischer Differenzen die Band, gründeten kurz darauf „The Young Veins“ und veröffentlichten im letzten Sommer ein geradezu „beatleesques“ Album „Take A Vacation„. Bis auf eine allein stehende Single hörte man von Panic(!) anschließend nichts.

Nun ist es soweit: Brendon Urie und Spencer Smith, die beiden verbliebenen Originale, kündigen ihr neues Album an und vollziehen musikalisch offenbar eine erneute Kehrtwende. Denn mit dem Ausrufezeichen im Namen kehrt auf der neuen Platte „Vices & Virtues“ auch der alte Geist von Panic! zurück. Eine Kostprobe veröffentlichten „P!ATD“ auf Homepage und Facebook-Seite – die erste Single, „The Ballad Of Mona Lisa“ (oben), erhältlich ab dem 1. Februar.

„Mona Lisa“ beginnt mit einer Celesta und viel Hall. Sofort werden die „musikalischen Differenzen“ klar, die zur Trennung geführt haben. Es ist deutlich zu erkennen, dass Brendon und Spencer wieder zu ihren Ursprüngen zurück wollten: detailreiche Musik und leicht mysteriöser Klang. Doch auch an Panic! gehen sechs Jahre Pop-Geschäft nicht spurlos vorüber. Dem neuen Stück fehlt es leider an Originalität; der Trend, dass Songs einheitlicher werden, je länger eine Band besteht, bestätigt sich auch hier.

Alles ist jedoch noch nicht verloren. Je öfter man „Mona Lisa“ anhört, desto mehr spürt man das Bemühen der Band, Details und Abwechslung in die Musik zu bringen. Jede Strophe hat einen andere Hintergrund, die Übergänge zum Refrain variieren, die Stimme wird mit Effekten belegt, im Mittelteil gibt es einen kurzen Acappella-Teil und Popsongs in Moll sind sowieso die Ausnahme. Leider wirkt all das noch etwas zu sehr gewollt. Zudem können alle genannten Elemente nicht überdecken, dass Melodie und Harmonien vor allem im Refrain ziemlich unspektakulär sind. Wahnsinnig kreativ ist selbst der Titel des Liedes nicht, wenn man ehrlich ist.

Trotzdem darf man sich auf das im März erscheinende Album freuen. Der Schritt zurück ging in diesem Fall allemal in die richtige Richtung. Ich erwarte eine abwechslungsreiche CD, die sich wieder am besten laut und im Dunkeln anhören lässt. Wenn Panic! konsequent ist, dürften uns wieder einige musikalische Überraschungen erwarten. Und bei Betrachtung der Bandgeschichte sind halbe Sachen doch sehr unwahrscheinlich.

 

PS: Jetzt auch mit dem richtigen Video.

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