Archiv

Posts Tagged ‘zdf’

Fritzchen

30. Mai 2011 1 Kommentar
Fritzchen beim “Welking”

Ich glaube, Fritzchen hat Potenzial.

Größenverhältnisse
Größenverhältnisse

Es wird noch häufiger Zeiten wie diese geben, in denen ich weniger Kapazitäten zum Bloggen habe. In solchen Fällen kann mir Fritzchen, das sportliche unter den Mainzelmännchen, mit Sicherheit dabei helfen, Sachverhalte zu illustrieren und Lücken zu füllen. Vor einigen Wochen musste er schon herhalten, um zu verdeutlichen, wie groß mein Stapel Fragebögen ist, den ich für meine Bachelorarbeit auswerten muss. (Bild rechts)

Das aktuelle Bild (oben) zeigt Fritzchen beim neuen Trendsport “Welking”, der Antwort der “Heute Show” auf das australische “Planking”. Wer nicht weiß, wovon ich rede, findet auf der Facebook-Seite der Sendung Antworten. Mal sehen, wozu der Sportsfreund aus Mainz in den nächsten Monaten noch zu bewegen sein wird…

Kategorien:Härtefälle Schlagworte: , ,

, dass…?

13. Februar 2011 1 Kommentar

Ohne Wetten

Das Highlight der Sendung war die Anmoderation. Thomas Gottschalk hört also tatsächlich auf. Die Sommerausgabe auf Mallorca im Juni wird die letzte “Wetten, dass…?”-Sendung mit dem fränkischen Entertainer als Gastgeber sein. Es war eine mutige Entscheidung, eine konsequente und nachvollziehbare; vor allem aber ein weiser Entschluss, nicht schon nach der gestrigen Sendung das Handtuch zu werfen.

Es wäre jetzt einfach, die bösen Vorurteile über Halle an der Saale herauszuholen und auf die gestrige Ausgabe der Unterhaltungsshow zu übertragen. Nun… heute ist Sonntag und man muss es sich ja nicht immer unnötig schwer machen. Also: Das ZDF zeigte am Samstag eine ziemlich farblose, langsame und vollkommen spannungsbefreite Show. Genau wie Halle eine von vielen Städten ist, ohne besondere Sehenswürdigkeiten oder sonstige Attraktionen, war “Wetten, dass…?” gestern ebenso eine einfache Sendung ohne Höhepunkte. Selbst der Auftritt von Take That brachte nur wenig Schwung. Wäre nicht Jan Josef Liefers zu Gast gewesen, man wäre vermutlich eingeschlafen.

Die meisten Zuschauer seit 13 Monaten konnte Gottschalk verbuchen. Schade nur, dass die vielen Menschen auch die langweiligste Ausgabe dieses Zeitraums sahen. Das lag vor allem daran, dass der Kern der Sendung völlig unterging: Die Wetten. Es gab ohnehin nur vier davon (plus Kinderwette) und die waren dann auch noch langatmig (Frisbee-Kerzen-Ausblasen) oder der Schwierigkeitsgrad zu gering angesetzt (Salami-Golf). Nur das Schnipsen der Kronkorken mit den Ohren hatte noch etwas Unterhaltungswert (auch wenn ich, wie ich gestern festgestellt habe, meine Ohren auch so einknicken kann) und ein Hauch von Spannung kam bei der Glühbirnen-Wette auf. Alles halb so wild, schließlich muss man Verständnis dafür haben, dass die Verantwortlichen erst einmal keine Action-Wetten mehr ins Programm nehmen wollen. Schlimm war jedoch, dass man das Gefühl hatte, dass selbst die Moderatoren die Wetten langweilig fanden. Als wären sie die lästige Pflicht, die halt erfüllt werden muss.

Es wird eine Weile dauern, bis man beim ZDF wieder das rechte Maß an Action und Sicherheit gefunden hat. Bis dahin wäre es wünschenswert, dass die übrigen Wetten wenigstens mit dem gebührenden Enthusiasmus vorgeführt werden. “Weniger Gefahr” soll schließlich nicht “mehr Langeweile” bedeuten.  Und die Sendung mit endlosen Musikeinlagen zu füllen, reicht eben nicht, wie gestern deutlich wurde.

Spätestens seit dem letzten Abend wird heiß diskutiert, wer denn die Nachfolge von Thomas Gottschalk antreten wird. Naturgemäß steht Jörg Pilawa als Allzweckwaffe hoch im Kurs. Ich möchte jedoch einige eigene Vorschläge anbringen:

  • Elton – Erfahrung mit kultigen Fernsehsprüchen kann er ja aktuell schon bei “1, 2 oder 3″ sammeln (“Ob ihr wirklich richtig steht…”). Da sollte “Top, die Wette gilt!” kein Problem darstellen.
  • Oliver Welke – Neues Lieblingskind des ZDF durch seine erfolgreiche “Heute Show”. Auch bei Fußballübertragungen führt er mit Witz durch das Programm. Ihm fehlt es allerdings an Haupthaar.
  • Dr. Eckart von Hirschhausen – Jetzt, wo die ARD sich Günther Jauch geangelt haben, sieht das ZDF vielleicht die Chance, nach Pilawa auch Hirschhausen nach Mainz zu locken. Sein medizinisches Wissen kann ihm hier jedoch nicht helfen.
  • Michael Steinbrecher – Hat schon die passende Frisur.
  • Kai Ebel – Hat den gleichen Schuh-Geschmack.
  • Stefan Raab – Dann macht er endgültig alles, was im deutschen Fernsehen läuft (außer DSDS). Vielleicht kann man Wetten auch nur gewinnen, wenn man dabei besser ist als Raab und Matthias Opdenhövel moderiert.
  • Benjamin von Stuckrad-Barre – Aktuell auf ZDF_Neo mit “Stuckrad Late Night” zu sehen, zeigt dort Entertainerqualitäten mit bissigen Kommentaren und großem Fachwissen. Müsste für “Wetten, dass…?” allerdings lernen, seine Gäste ausreden zu lassen. Ein durchaus ernst gemeinter Vorschlag.

Ergänzung: Zum Schluss noch drei Namen, denen ich ernste Chancen einräume. Johannes B. Kerner (die Anti-Lösung), Hugo Egon Balder (die konservative Lösung), Michael Mittermaier (die mutige Lösung)

    Monica Lierhaus – endlich zurück

    6. Februar 2011 2 Kommentare

    Es fällt schwer, diesen Moment in Worte zu fassen. So empfand es auch Günter Netzer, der die große Ehre hatte, bei der “Goldenen Kamera” das erste Mal seit zwei Jahren Monica Lierhaus auf der Fernsehbühne zu begrüßen.

    Noch nie zuvor habe ich so sprach- und regungslos vor dem Fernseher gesessen wie gestern Abend und einigen der Prominenten vor Ort schien es ähnlich zu gehen. Die Mischung aus Ungläubigkeit, Betroffenheit und Freude ließen Kinnladen herunter klappen, Hände vor das Gesicht schlagen und Tränen kullern; schon während der Laudatio, erst recht aber, als die Moderatorin die Bühne betrat und das ganze Ausmaß ihrer körperlichen Versehrtheit deutlich wurde. Wie ferngesteuert lief sie an der Seite ihres Lebensgefährten zum Rednerpult und als sie zu sprechen begann, wurde jedem klar, dass sie alles neu lernen musste – auch das Reden, ihre Arbeitsgrundlage als Moderatorin.

    Solche Bilder machen traurig und glücklich zugleich. Traurig, weil man nicht begreift, wieso einer so sympathischen und talentierten Frau so etwas geschehen musste und glücklich, weil man sieht, wie viel sie in den zwei Jahren wieder geschafft hat und dass sie den Ehrgeiz hat, irgendwann wieder ihren alten Beruf ausüben zu können. Unterstützt von ihrem zukünftigen Ehemann, dem sie vor laufender Kamera einen Heiratsantrag machte, darf man auch zuversichtlich sein, dass sie dieses Ziel mit ihrer Willensstärke erreichen kann. So sieht ein wahres, ein inspirierendes Vorbild aus.

    Ich kann allen nur empfehlen, sich diesen bewegenden Moment anzuschauen. Er zählt schon jetzt zu den schönsten und denkwürdigsten Augenblicken des Jahres. Zu sehen hier, in der ZDF Mediathek.

    Grimme-Preis-verdächtig

    Wer an diesem Wochenende im ZDF alpinen Skisport sehen wollte, wurde bitter enttäuscht. Der Weltcup der Damen fiel dem Wetter von Sestriere zum Opfer, die Herren in Chamonix wollten nie so recht Fahrt aufnehmen, mussten am Sonntag sogar eine Sendeunterbrechung der Kombinations-Abfahrt hinnehmen – zugunsten eines Wettkampfabbruchs der Rodler. Der wenige Sport, der am Samstag gezeigt werden konnte, die Spezial-Abfahrt der Herren, wurde fast vollständig von den zahlreichen Stürzen der vergangenen Tage überschattet. Denn nachdem Hans Grugger und Michael Walchhofer in Kitzbühel und Stephan Keppler in Wengen heftig verunglückten und im Krankenhaus landeten, erwischte es nun auf der vermeintlich einfachen Strecke in Chamonix den Kanadier Manuel Osborne-Paradis. Die derartige Häufung schwerer Stürze von Weltklasse-Athleten hat eine erneute Sicherheitsdebatte im Alpinsport ausgelöst.

    Eigentlich möchte man als Zuschauer Sport sehen und ist schnell genervt von den immer wieder neu aufkommenden Diskussionen. Wie das ZDF jedoch am Samstag mit der Situation umging, war große Klasse. Die Minuten, in denen Osborne-Paradis nach seinem Sturz geborgen wurde und das Rennen unterbrochen war, waren sogar interessanter und spannender als die Abfahrt selbst. Kommentator Michael Pfeffer und sein Experte Marco Büchel diskutierten sachlich, unterhaltsam und höchst informativ, welche Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit der Athleten möglich wären. Das wäre an sich nicht weiter spannend oder besonders. Die Art und Weise wie die beiden die Komplexität des Sachverhaltes zunächst einmal darstellten und dann erklärten, war jedoch, zumal unter Live-Bedingungen, ein Paradebeispiel für gute Berichterstattung. Dazu gaben Regie und Reporter Alexander Antoniadis weitere Inputs. Ein Beitrag über die Funktionsweise der Rücken-Protektoren wurde eingespielt und Antoniadis holte sich von zahlreichen Sportlern die Meinung ein. Das interessante daran: Jeder der Athleten (Kostelic, Svindal, Zurbriggen, …) hatte andere Lösungsvorschläge, alle zeigten sich äußerst gesprächig und interessiert an der Diskussion. Büchel, der noch zu allen seiner ehemaligen Konkurrenten Kontakt hat, wusste es, all jene Kommentare aufzugreifen, einzuordnen und mit seinem eigenen Wissen zu diskutieren.

    In Schriftform klingt das alles sehr unspektakulär. Live war es jedoch große TV-Kunst. Ein produziertes Erklärstück hätte die Inhalte kaum besser und interessanter darlegen können. Fast alle Facetten der sehr vielschichtigen Debatte wurden angesprochen und miteinander in Verbindung gebracht, der Zuschauer hat in diesen Minuten viel gelernt und wurde zugleich erstklassig unterhalten. Es wirkte zwischenzeitig wie die berühmte Zeitüberbrückung von Jauch und Reif (“Das erste Tor ist schon gefallen“), nur in seriös. Die beiden RTL-Moderatoren waren damals mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet worden. Pfeffer, Büchel und Antoniadis für ihre Leistung ebenfalls mit dem ehrenvollen Preis auszuzeichnen, wäre vielleicht etwas zu hoch gegriffen. Ich hoffe aber, dass sie in irgendeiner Form dafür dafür Anerkennung erhalten.

    Ich vermute, wer es nicht gesehen hat, wird kaum nachvollziehen können, warum ich so voll des Lobes bin. Ihr müsst mir an dieser Stelle einfach glauben: Das war wirklich Spitze und ich hielt es für erwähnenswert.

    Spiegel-BILD

    5. Dezember 2010 2 Kommentare

    Reaktionen auf den Unfall bei “Wetten, dass…?”

    Samuel K., 23-jähriger Wettkandidat bei “Wetten, dass…?”, verunglückte am Samstagabend live vor allen Kameras. Er wollte mit Sprungfedern an den Füßen über fünf fahrende Autos springen. Beim vierten, gefahren von seinem Vater, sprang er nicht hoch genug, stürzte schwer und blieb regungslos am Boden liegen. Das ZDF machte das einzig Richtige, zeigte kein einziges Bild des Kandidaten und der notärztlichen Versorgung und brach die Sendung erstmals in seiner Geschichte ab. Eine Entscheidung, die Respekt verdient, angesichts der Quotengaranten Justin Bieber, Cameron Diaz und vor allem Take That, die alle nach Düsseldorf eingeladen waren.

    Bei so einem Zwischenfall in “Europas größter Fernsehshow” ist es selbstverständlich, dass sofort auf allen Kanälen darüber berichtet wird. Dass die BILD hochgradig geschmacklos reagiert, war leider zu erwarten: Bilder des Unfalls und des bewusstlosen Samuel auf dem Boden und der Trage und dazu Überschriften wie “Unfall-Drama bei Wetten, dass”. Wie respektlos kann man eigentlich sein, erstens überhaupt Bilder davon zu machen und diese zweitens auch noch zu veröffentlichen?

    Anders als die BILD gilt der “Spiegel” jedoch als Qualitätsjournalismus. Der Informationsgehalt der Artikel auf “Spiegel Online” ist selbstverständlich auch höher, der Schreibstil aber erschreckend ähnlich. Bereits wenige Minuten nach dem Unglück las man dort nach einigen Absätzen sachlicher Berichterstattung Sätze wie “Dann nahm Samuel K. Anlauf, schwarzer Helm auf den Kopf, die Sprungprothesen an den Füßen. Sein Vater fuhr ihm in einem Audi entgegen, der Absprung glückte, doch Samuel K. schlug hart auf, lag reglos am Boden. Gottschalk fragte noch: ‘Wehgetan?’” Emotion vor Information. Am Sonntag wurde es noch drastischer. In den Vormittagsstunden zeigte SPON auf der Startseite den regungslosen Samuel unmittelbar nach seinem Sturz mit dem Verweis auf die Fotostrecke prominenter als dem zum Artikel. Der Titel “Die Schattenseite des Quotenkampfs” passt nicht nur zur Sendung. So beginnt der Beitrag dann auch mit den Worten “Der schwerste Moment in der Geschichte von “Wetten, dass…?” ist nur für den Bruchteil einer Sekunde im Fernsehen zu sehen, dann wendet sich die Kamera ab.” und wird fortgesetzt mit “”Wetten, dass…?”-Kandidat Samuel K. liegt regungslos da, die Hüfte verdreht, mit dem Gesicht zum Boden. Die überdimensionalen Sprungfedern, mit denen er Salti über fünf Autos schlagen wollte, stehen unförmig von seinen Füßen ab.” – Texte wie aus reißerischen Vorabend-Dokumentationsfilmen. Alle weiteren Artikel zum Thema auf der Seite sind ganz genau so geschrieben. Allein stehende (Ab-)Sätze wie “Der vierte Sprung ging daneben.” wären auch in Boulevard-Zeitschriften nicht fehl am Platz. (Siehe dazu auch “Gute Arbeit, SPON” aus dem Misanthropenwald)

    Dass es auch sachlich und ohne dramatischen Unterton geht, beweisen fast alle anderen “Qualitätsmedien”. Ob FAZ, Süddeutsche, Zeit, Tagesschau oder – im Video – ZDF Heute. Ein Hoch auf das Gebühren-finanzierte Fernsehen und den echten Qualitätsjournalismus.

    Kategorien:Film und Fernsehen Schlagworte: , , , , ,
    Follow

    Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.

    Schließe dich 25 Followern an