Archiv
Baubeginn am Cottaweg
Stadt und RB Leipzig veröffentlichen Pläne für Trainigszentrum
In einer gemeinsamen Pressekonferenz haben die Stadt Leipzig und der Fußball-Regionalligist RB Leipzig am Nachmittag die Bebauungspläne für das neue Trainigszentrum am Cottaweg vorgestellt. In mehreren Bauabschnitten sollen zwischen Stadion und Auenwald in den kommenden Jahren sechs Fußballplätze, ein Geschäftsgebäude und ein Jugendinternat entstehen.
Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung, Sportbürgermeister Heiko Rosenthal, RB-Leipzig-Geschäftsführer Dr. Dieter Gudel und RB-Präsident Dietmar Beiersdorfer gaben heute Details zu den Bauvorhaben und den nächsten Schritten bekannt. Bis zum Sommer sollen zunächst vier Fußballplätze entstehen, zwei mit Natur- und zwei mit Kunstrasen. Ziel müsse es sein, “zum Beginn der kommenden Saison auf eigenen Plätzen zu trainieren”, so Dr. Gudel. Nach ausführlicher Prüfung des Naturschutzes folgen dann ab 2012/13 die zwei übrigen Trainingsplätze und das zentrale Verwaltungsgebäude, bevor schließlich Jugendinternat und ergänzende Bauten das neue Zentrum abschließen. “Einige Kleinigkeiten wie Tartanbahnen und Trainingshügel” seien auch geplant. Beiersdorfer stellte aber sofort klar, dass “keine Logistik geschaffen wird, dass Felix Magath kommt”.
Das Ziel des neuen RB-Zentrums sei es, so der Vereinspräsident, die Infrastruktur zu schaffen, die für zukunftsorientierte Jugendarbeit und Bundesligafußball nötig sind. Dazu zählten kurze Wege für Spieler und Angestellte. Der nun vorgestellte gemeinsame Plan ist ein “Meilenstein” für Beiersdorfer, der in Leipzig eine “Fußballkultur- und eine Fußball-Zukunfts-Stadt” sieht.
Sportbürgermeister Rosenthal bemühte sich vor allem, die Umweltschützer zu beruhigen. Man wisse um die heikle Lage am Rande eines europäischen Vogelschutzgebietes. Die Fläche werde jedoch zur Zeit ebenfalls sportlich genutzt, der abgeholzte Wald werde um das 2,5-fache wieder aufgeforstet und die eigenen Untersuchungen haben ergeben, dass mit keinen erheblichen Beeinträchtigungen der Natur zu rechnen sei. So recht überzeugen konnte er jedoch nicht, da vier der fünf Institutionen, die das Gebiet untersucht haben, zu negativen Ergebnissen gekommen waren. Entspannen können sich nur die Freunde der “Kleinmesse”, die nach Angaben des OBM nicht betroffen ist.
Beide Seiten betonten, wie wichtig ihnen das gemeinsame Engagement ist. RB bekannte sich zu Leipzig, indem es die Verträge mit der Stadt auf 50 Jahre anlegte. Jung auf der anderen Seite verdeutlichte, wie wichtig das Unternehmen für Stadt und Region sei: “Das RB-Engagement ist ein riesiges Geschenk an die Stadt”, die “eins der schönsten innerstädtischen Sportareale” hat, das nun endlich genutzt würde. Er versicherte der Vereinsführung, dass sich auch die Leipziger über den neuen Verein freuen werden und hob hervor, wie wichtig die wirtschaftliche Bedeutung eines Bundesligavereins für eine Region sei. Bis zu 6000 Arbeitsplätze könne ein Bundesligaverein schaffen.
Mit dem vorgestellten Plan, der demnächst vom Stadtrat abgesegnet werden soll, kann RasenBallsport einen weiteren, wichtigen Schritt in Richtung Profifußball gehen. Die Erleichterung, dass es jetzt losgehen kann, war heute beiden Seiten deutlich anzumerken. Ebenso die Freude über das enorme Medieninteresse. “So viel war hier noch nie los, dass alles schwarz vor Kameras ist”, begann Jung die Pressekonferenz. Sowohl die Stadt als auch der Verein ließen anschließend großen Tatendrang verspüren und hoffen nun natürlich, dass sich auch der sportliche Erfolg einstellt.
Neues Jahr, neues Glück
Heute ist es voll im Radisson Blu Hotel am Leipziger Augustusplatz. Voller als gewöhnlich. “Normalerweise kommen hier nur zehn bis zwölf Leute”, sagt mir Hans-Georg Felder, Pressesprecher des Fußball-Regionalligisten RB Leipzig. Doch heute ist nicht nur die erste Pressekonferenz des Jahres nach einer brisanten, weil schlechten, Hinrunde, sondern mit Thiago Rockenbach da Silva wird auch obendrein eine neue Topverpflichtung vorgestellt. So tummeln sich nicht nur Journalisten aller möglichen Medien in der Presse-Lounge, sondern auch Vertreter von Fanclub und -Radio und ein Produktionsteam, das in Hoffenheim-Manier einen Film über das Projekt RB dreht.
Die Stimmung unter den Wartenden ist gelassen, man kennt sich. Neue Gesichter werden sofort begrüßt und in Gespräche verwickelt. “Ah, Guido Schäfer kommt auch!” heißt es zur allgemeinen Erheiterung, als draußen ein gelber Hummer vorbei fährt. Wenig später setzt eben jener LVZ-Redakteur noch einen drauf, als er die Runde nach Zettel und Stift fragt. Zahlreiche Red-Bull-Dosen wandern vom Eisbad auf die Tische. Schließlich spaziert Dr. Dieter Gudel, Geschäftsführer des Vereins, herein, grinst und wünscht ein frohes neues Jahr.
Was danach kommt, ist so, wie man es aus dem Fernsehen kennt. Es fallen die üblichen Sätze, dass man die Saison noch nicht abgeschrieben hat, dass mit Rockenbach neuer Schwung in das Spiel der Mannschaft kommen soll, dass sich jener auf den neuen Verein und seinen alten Kollegen Karsten Kammlott freut, dass man gut trainieren wird und dass man sich auf das Trainingslager in der Türkei freut. Einige Spieler wie Frommer oder Kläsener kurieren noch kleinere Wehwehchen und Infekte aus, werden aber rechtzeitig fit. Und dann wird es doch interessant. “Wir sind ein professioneller Verein, haben den Transfermarkt immer im Blick und noch bis zum 31. Januar Zeit”, sagt Cheftrainer Tomas Oral. Weitere Einkäufe werden also nicht ausgeschlossen – im Gegenteil. Auch eine Systemumstellung dank Rockenbach hält Oral für denkbar.
Organisatorische Schwierigkeiten spricht Dr. Gudel an. Die Nachholtermine der im Dezember abgesagten Partien wurden vom DFB sehr früh angesetzt. Zu früh für RB Leipzig. Das erste Spiel soll am 9. Februar stattfinden. Just in diesem Zeitraum soll in der Red Bull Arena eigentlich ein neuer Rasen verlegt werden. Zur Anstoßzeit karren nach Plan gerade 50 LKW frisches Grün zum Stadion.
Am morgigen Freitag beginnt die Rückrundenvorbereitung mit einem öffentlichen Training. Ab 10 Uhr wird die Mannschaft im Stadion nach Aussage des Trainers ausschließlich mit dem Ball arbeiten. Vom 10. bis 13. Januar geht es zur Leistungsdiagnostik, am 14. Januar folgt ein Testspiel in Grimma, bevor schließlich der Flug in die Türkei geht. Die Weichen für eine gute Vorbereitung und eine erfolgreiche Rückrunde sind gestellt, die Kampfansagen an den Chemnitzer FC werden in den kommenden Wochen sicherlich noch lauter werden. Es wird allmählich wieder spannend.
Neues aus der Anstalt #18
Im fünften Semester studiere ich mittlerweile KMW (Kommunikations- und Medienwissenschaft). Was die Studenten des Moduls 106, Kommunikationsmanagement/PR, gestern Abend als Seminar verkauft bekommen haben, ist Wasser auf meine Mühlen. Seit Studienbeginn plane ich eine Initiative zur Umbenennung der KMW in “EAW” – Erweitertes Allgemeinwissen.
Einige Highlights der bahnbrechenden Erkenntnisse der gestrigen 90 Minuten möchte ich hier präsentieren.
1. Pressemitteilungen sind von Unternehmen/Organisationen verfasste Mitteilungen an die Presse. Sie sind nach journalistischen Standards aufgebaut, geschrieben nach dem “Climax-First-Prinzip”. Ob Pressesprecher deshalb öfter Single sind?
2. Die Presseinformation ist eine Information von Unternehmen/Organisation an die Presse. Wichtig bei PIs ist die Beantwortung der “W-Fragen”.
3. Bei den Beispielen für Inhalte der W-Fragen gab es eine Überraschung. Den Fragen wurden als Beispiele sogenannte “Nachrichtenelemente” gegenübergestellt. Ein Paar wirkt irgendwie fehl am Platz.
- Wann? – Aktualität
- Wo? – Nähe
- Wer? – Öffentliche Bedeutung
- Was? – Folgenschwere, Dramatik, Konflikt
- Wie? – Kuriosität
- Warum? – Liebe (Sex)
4. In einer Presseeinladung sollten Ort, Zeit und Anlass der Veranstaltung stehen. Einen kleinen, besonderen Anreiz für die Journalisten, der sie anlockt, sollte es auch geben. Ich selbst habe so schon in der Grundschule meine Geburtstagseinladungen geschrieben. Bin ich vielleicht der geborene Pressesprecher? Oder sind diese Informationen einfach trivial?
5. Die “Gesellschaft für Technische Überwachung” (GTÜ) mit Sitz in Stuttgart hat die Anschrift “Vor dem Lauch 25″.
6. Zu Pressekonferenzen mit interessanten Gästen kommen mehr Journalisten als zu PKs mit unbekannten Gästen.
Und zuletzt ein Punkt in eigener Sache:
7. Zu interessanten Vorlesungen kommen viele Studenten, die bis zum Ende bleiben. Bei langweiligen ist das nicht der Fall.
Wie freuen wir uns alle auf die nächsten Vorlesungen!





