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Altes aus der Anstalt – Teil 3

19. August 2011 1 Kommentar

Bereit für das große Finale? Dann packt euch Proviant ein und schnallt euch an zur Tour durch das letzte Studienjahr.

Wintersemester 2010/11

Das Semester hat noch längst nicht begonnen und schon scheint es verloren. Im Sommer kommt die für mich erschreckende Erkenntnis, dass man zum Anmelden der Bachelor-Arbeit mindestens 120 Leistungspunkte auf dem Konto haben muss, beinahe zu spät. Durch mein erstes Semester mit nur zwei Modulen stehe ich bei soliden 110 Credits und bin somit dämliche zehn Punkte von meiner Abschlussarbeit entfernt. Ein Praktikum muss her. Und zwar schnell. Dieses Mal zeigt sich das Schicksal gnädig, es verschafft mir unter tätiger Mithilfe von Freunden und deren Verwandten einen Praktikumsplatz und die zehn dringend benötigten Punkte. Durchatmen.

Mit reichlich Restadrenalin geht es hinein in die Modulein- und BA-Arbeitsthemen-Auswahl. Oder anders: Die Drittwunschparade. Meine beiden selbst vorgeschlagenen Arbeitsthemen erweisen sich als zu umfangreich für den Bachelor (und der Professor forscht nicht daran), sodass mir meine dritte Wahl zugeteilt wird – 3D-Kino-Nutzung in Leipzig. Im Wahlbereich bekomme ich ausnahmsweise problemfrei mein Wunschmodul in der Politik zugewiesen. Der Zweitwunsch, Namenskunde, ist hoffnungslos überfüllt, also teilt mir das TOOL meine dritte Wahl zu – Afrikastudien. Was man halt so studiert, wenn man Sportjournalist werden möchte. Schließlich stehen im Pflichtmodul (106 – Public Relations/Öffentlichkeitsarbeit) verschiedene Seminartermine zur Auswahl. Ich bekomme – ihr habt es erraten – meinen Drittwunsch.

Die Recherche für meine Arbeit gestaltet sich zunächst kompliziert. Drei kürzlich verfasste Abschlussarbeiten sollen die Grundlage für meine bilden. Eine davon behandelt mein Thema nur am Rande, eine ist noch nicht bewertet, darf deshalb nicht heraus gegeben werden und die dritte hat die Bibliothek nie von innen gesehen. Improvisation ist angesagt – oder einfach Abwarten. Schließlich ist noch viel Zeit bis Juni. Einfacher haben wir es da in unserer PR-”Seminar”gruppe. Für die Aufgabe, eine Pressekonferenz zu organisieren und durchzuführen, brauchen wir keine großen Textmaterialien. Wir entscheiden uns für ein Dauerthema dieser Tage und stellen einen neuen Trainer bei RB Leipzig vor. Das Seminar besteht übrigens aus knapp 300 Studenten, die sich im Hörsaal jede Woche von einem anderen Dozenten einen Vortrag anhören.

Am Institut geht es wieder einmal hoch her. Zuerst sorgen ein KMW-Student und der Journalistik-Professor für einen Eklat, der bundesweit Aufsehen erregt, kurz darauf sind wieder alle auf seiner Seite, da die PR das Institut endgültig zu übernehmen scheint. Die Umstrukturierungspläne für die KMW werden vorgestellt, um die sich erneut anbahnende Presseschlammschlacht im Keim zu ersticken. Das gelingt mit mäßigem Erfolg. Eine Journalistik-Professur soll herunter gestuft werden, eine dritte in der PR dafür neu geschaffen. Teile der Studentenschaft sind aufgebracht. Es kommt zu Rudelbildungen, Team Journalistik gegen Team PR. Der Rest des Semesters verläuft ruhig, aber mit vielen (inhaltlichen) Highlights aus Vorlesungen und Seminaren:

  • Pressemitteilungen sind Mitteilungen an die Presse.
  • Kundenzeitschriften sind Zeitschriften für Kunden und werden im Fachjargon KuZe genannt.
  • Mitarbeiterzeitschriften sind Zeitschriften für Mitarbeiter, werden aber nicht MiZe genannt.
  • Der Gastprofessor twittert und hält uns für interessiert.
  • Der Begriff “Corporate Publishing” klingt international – ist er aber nicht. Er wird nur in Deutschland verwendet und heißt vermutlich nur so, weil es cooler klingt als “Unternehmens-Presseerzeugnisse”.
  • Es gibt Politikstudenten, die lieber eine (unbenotete) Prüfungsvorleistung schreiben, als das Angebot der Professorin anzunehmen, selbige ausfallen zu lassen.
  • “Ich will den deutschen Text. Den englischen verstehe ich nicht.” – “OK. Sind Sie Lehramts-Student?” – “Ja.” – Oh. Das tut mir Leid.”

Sommersemester 2011

Semester Nummer sechs, das letzte im Bachelor, beginnt mit dem schlechten Humor des Modul-Einschreibesystems. Zweieinhalb Jahre kämpft man immer und immer wieder darum, zwei gute Module im Wahlbereich zu bekommen, scheitert zumeist und bekommt als Härtefall noch irgendwo einen Restplatz zugeteilt. Kaum ist man dann im letzten Semester angekommen, braucht nur noch ein Modul, bekommt man plötzlich Erst- und Zweitwunsch zugeteilt. Wie praktisch, dass der Name des Systems, “Tool”, im Englischen auch ein Schimpfwort ist.

Die Bachelorarbeit nimmt immer mehr Form an. Mittlerweile sind meine Quellen (wenn auch über Umwege) verfügbar, ich kann mit der Recherche beginnen und betrete erstmals für mein Kernfach die Bibliothek. Ich verbringe knapp 30 Stunden mit dem Verteilen von Fragebögen und mindestens das Doppelte mit der Auswertung selbiger. Allmählich wird mir klar, wieso diese Arbeit ursprünglich auf zwei Personen ausgelegt war. In der Vorlesung zum Pflichtmodul 105, Medienwissenschaft und -pädagogik, ist in Filmausschnitten und Bildern mindestens einmal pro Woche eine nackte Frau zu sehen, gegen Ende des Semesters werden die Inhalte thematisiert, über die ich gerade meine Arbeit geschrieben habe. Interessant wird es – mal wieder – in der Politik. Unser Professor sieht aus wie Peter Frey und trifft Aussagen wie Angela Merkel. Sein Vorlesungsskript beinhaltet mehr Fragezeichen als Punkte, sobald am Horizont eine Meinung zu vermuten ist, folgt schon die Relativierung. Dabei verwendet er das Wort “Versprechen” annähernd so oft wie wir im zweiten Semester das Wort “differenzieren” zählen.

Mitten im Semester ist die Bachelorarbeit fällig. Wer glaubt, mit dieser Abschlussarbeit sei das Studium beendet, wird schwer enttäuscht. In den nächsten vier Wochen bis zum Semesterende warten noch zwei Klausuren, ein Referat, eine Prüfungsvorleistung, eine zu gestaltende Seminarstunde und eine Hausarbeit. Die Motivation hat indes einen neuen Tiefststand erreicht. Die KMW-Bachelorstudenten haben sich mittlerweile zu großen Teilen verloren. Nur wenige haben sich wie ich die 105 bis zum Schluss aufgehoben, die meisten studieren nur noch Wahlbereich. Letztere Variante hat den Vorteil, dass mehr Zeit für die Arbeit bleibt, allerdings den großen Nachteil, dass man die ganzen armen Viertsemester nicht mehr erlebt, die alle über Journalistik und das Studium allgemein klagen. Man fühlt sich in solchen Momenten beinahe altersweise und lächelt über die rebellische Jugend. Erschreckend, an wie viel man sich in so kurzer Zeit gewöhnt. Es bleibt nicht viel vom letzten Semester. Nur folgende Erkenntnisse:

  • Nach allgemeiner Buchdefinition ist eine beschriebene Hauswand ein Buch.
  • Früher schrieb man auf Papyrus und Pergament, heute auf Papier.
  • Man kann, sollte aber nicht, das “Dritte Reich” mit “Dr. R.” abkürzen.
  • In Vorlesungen zur Geschichte der Weimarer Republik sitzen mehr Zeitzeugen Rentner als Studenten.
  • Hannah Arendt ist so etwas wie der “running gag” der Politikwissenschaft.
  • Es ist zu verschmerzen, wenn man in seiner BA-Arbeit zehn Tage vor Abgabe noch etwas umschreiben muss, weil man sich noch einmal sein genaues Thema hat sagen lassen.
  • Tutorien sind nicht zu ersetzen – und doch ersatzlos gestrichen.

Eine Hausarbeit steht noch aus, der Bachelor verabschiedet sich schleichend. Auch wenn das Gesamtfazit nicht übermäßig gut ausfällt, hat das Studium doch auch Spaß bereitet. Man muss sich eben das nützliche Wissen und die persönlichen Unterhaltungsmomente suchen. Und ganz wichtig: Durch nichts entmutigen lassen!

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Die Master-Frage

16. Juni 2011 8 Kommentare

Resümee und Zukunftspläne

Wie oft hat man als Kind in solchen Situationen am Fernseher mitgelitten: Der Kandidat einer Quizshow im Kika oder auf 9Live hat sich bravourös durch die Sendung gekämpft, steht unmittelbar vor dem großen Gewinn – und scheitert an der alles entscheidenden Master-Frage. An diesem Punkt ist allmählich meine Studienlaufbahn angelangt.

Das letzte Bachelor-Semester nähert sich mit riesigen Schritten dem Ende, seit heute Mittag, 12:50 Uhr, liegt meine Bachelorarbeit beim Prüfungsamt. Diese mit Anhang 65 Seiten zum Thema “3D-Kino-Nutzung in Leipzig. Kurzer Boom oder Motor der Digitalisierung?” kosteten insgesamt nicht nur knapp 125 Euro und jede Menge nerven, sondern bringen einen unweigerlich an den Punkt, an dem man über das Geleistete und das Bevorstehende nachdenkt.

Geleistet habe ich etwa 30 Stunden an Publikumsbefragung, mindestens das Doppelte an Datenauswertung und -aufbereitung und eine Arbeit, die eindrucksvoll die Sinnlosigkeit des Bachelors belegt. So sehr man sich auch anstrengt, stichhaltige und bedeutsame wissenschaftliche Erkenntnisse lassen sich auf 30 bis 40 Seiten Text nicht darstellen. Interessant wären meine Ergebnisse genau dann geworden, wenn ich einen Überblick über die Kinolandschaft Deutschlands hätte erstellen können. Wie urteilen Kinobetreiber bundesweit über 3D, hat es bei der Digitalisierung der Kinos geholfen? Und was hält das Publikum der Bundesrepublik von 3D-Filmen? Neben einer repräsentativen Besucher-Umfrage hätte es einer Befragung aller sowie qualitativen Interviews einzelner Kinobetreiber bedurft. Stattdessen: 510 Fragebögen aus drei Leipziger Kinos und ein Tischgespräch mit einem Kino-Geschäftsführer. Zu viel für 40 Seiten, genug für eine Bachelorarbeit, zu wenig für echte Wissenschaft.

So hat sich in meinem Fall das Vorurteil bestätigt: Die Bachelorarbeit ist nicht viel mehr als Beschäftigungstherapie und Pflichterfüllung getarnt als wissenschaftliche Abschlussarbeit. Da ist es nur konsequent, dass meine Belegarbeit genau so viele “Credit Points” einbringt wie mein Wahlbereichsmodul “Einführung in die Afrikastudien” und sie meine  Bachelor-Note zu sagenhaften 13 Prozent bestimmt. Über den sogenannten “Wert” eines Bachelor of Arts, in dem etwa 75% der Veranstaltungstitel das Wort “Einführung” beinhalten, brauchen wir kein Wort mehr zu verlieren.

Jetzt habe ich mich also als einer von vielen KMW-Studenten drei Jahre lang abgestrampelt, mit diversen Professoren und zum Teil höchst fragwürdigen Texten gequält, immer mit der Aussicht “im Master wird alles besser!”. Und ein Master sollte schon folgen, denn ein Bachelor alleine nützt ja nichts. Nach dem B.A. das Studium zu beenden ist, als verließe man in der Halbzeit eines Fußballspiels das Stadion. Als beende man nach dem Aufwärmen das Sporttreiben. Als ließe man das frisch gekochte Essen auf dem Tisch stehen. Als bliebe man mit dem Ticket in der Hand am Bahnsteig stehen. Als hörte man nach dem Vorspiel auf… ich schweife ab.

Das einzige Problem an der Sache: Es scheint bundesweit keinen einzigen Master-Studiengang im Fachbereich Kommunikations- und Medienwissenschaft zu geben, den es sich für mich auch nur ansatzweise zu studieren lohnen würde. Und die interessanten Fächer bleiben mir aufgrund meiner Bachelor-Wahl (bzw. zweier fehlender Wahlbereichsmodule) verschlossen. Was ich darf, will ich nicht; was ich will, darf ich nicht. So zwingt mich die harte Uni-Realität derzeit, auf die Gretchenfrage “Wie hast du’s mit dem Master?” den Faust zu geben und das zu tun, was ich im Bachelor gelernt habe: Ausweichen und schwammig antworten. Ein Hoch auf Bologna!

Hat sie mich also auch erwischt – die Master-Frage.

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Interextinktionsmodell

25. Januar 2011 9 Kommentare

Profildebatte am IfKMW Leipzig

“Das System der PR und das System des Journalismus beeinflussen einander und ermöglichen sich dadurch gegenseitig” besagt das “Intereffikationsmodell” nach Professor Dr. Günter Bentele, Professor für Public Relations bzw. Kommunikationsmanagement an der Universität Leipzig. Seine Wortneuschöpfung um das lateinische Wort “efficare” ist heutzutage in PR-Kreisen weitestgehend akzeptiert. Trotzdem sieht es am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft ganz danach aus, als sei das Gegenteil der Fall.

Ein Hauch von “Twilight” wehte gestern durch den Hörsaal drei. “Team Edward” gegen “Team Jacob”. In diesem Fall “Team Journalismus” gegen “Team PR”. Der Fachschaftsrat KMW hatte zu einer Informationsveranstaltung geladen, in der Studenten und Professoren gemeinsam die Pläne der Umstrukturierung des Instituts diskutieren konnten. Noch bevor es los ging, versuchte eine MDR-Redakteurin, Stimmen von Studenten einzufangen, fand nur “PRler”, suchte verzweifelt “Journalisten”, ein erneuter Eklat schien in der Luft zu liegen, manch einer hoffte sogar darauf. Schließlich gab es kurz zuvor in der ZEIT Geschichten über lautes Anschreien der Professoren auf dem Gang zu lesen.

Es bliebt jedoch alles ruhig am Montagabend. Grund: Die Journalistik war nicht anwesend. Frei nach dem Motto “Wenn man nicht da ist, gibt es auch keinen Streit” glänzten Professor Machill und Mitarbeiter durch Abwesenheit. So kam es zwar zu keiner Eskalation, aber die ganze Veranstaltung wurde dadurch ein Muster ohne Wert. Sinnbildlich dafür stand Professor Bentele, der mit schweren Augenlidern in der ersten Reihe saß und dem Einschlafen nahe wirkte.

Die geplanten Strukturreformen sehen wie folgt aus: Die Professur des emeritierten Journalistik-Professors Michael Haller wird gestrichen, ebenso die knapp fünf Mitarbeiter-Stellen im gleichen Bereich. Mit den dadurch frei werdenden Mitteln wird ein weiterer Lehrstuhl in der PR geschaffen und unter dem Titel “Umwelt- und Gesundheitskommunikation” ausgeschrieben. Die Master-Studiengänge werden ebenfalls komplett umgestaltet. Sie heißen dann “Kommunikationswissenschaft”, “Medienwissenschaft und -Praxis” und “Kommunikationsmanagement”. Der bisherige “Master Hörfunk” wird in den “Praxis”-Master integriert und nicht von der Journalistik getragen. Journalismus selbst studiert man weiterhin in einem eigenen, nicht-konsekutiven Master, jedoch zukünftig mit nur noch 20 statt 44 Plätzen. Neben Professor Machill soll es eine Juniorprofessur zum Thema “Journalismusforschung” geben.

Mit den Änderungen sollen mehrere Ziele erreicht werden. Die finanziellen und personellen Mittel sollen unter den Fachbereichen gleichmäßiger verteilt und Kürzungen des Ministeriums umgesetzt werden. Die Studentenbetreuung soll besser werden. Der bislang kaum vorhandene Forschungs-Anteil in der Journalistik soll ausgebaut werden, Spezialisierungen im Master sollen klarer werden und schließlich soll mit der neuen Professur ein attraktiver, zukunftsorientierter Studiengang geschaffen werden. So zumindest konnten es die PR-Professoren den Anwesenden einimpfen.

Wichtige Fragen konnten jedoch immer noch nicht befriedigend beantwortet werden. Rechtfertigt die Nachfrage eine dritte PR-Professur? (“Wir gehen davon aus, dass wir in einigen Jahren die Studiengänge voll bekommen.”) Warum öffnet sich die Journalistik nicht auch für KMW-Bachelor? Vor allem drängen sich jedoch zwei Fragen auf: Wenn gekürzt werden muss, wieso kann die PR trotzdem eine weitere Professur bekommen? Wäre es nicht sinnvoller, stattdessen die Mittel für weitere wissenschaftliche Mitarbeiter und Tutoren einzusetzen, die eine adäquate Studentenbetreuung meist besser gewährleisten können als ein Professor? Man könnte, wenn man kürzen muss, sogar darüber nachdenken, einen wenig nachgefragten und nicht so Recht zum Rest passenden Bereich (z.B. Buchwissenschaft) komplett aus dem Programm nehmen und damit Mitarbeiterstellen erhöhen und Studienbedingungen verbessern. Natürlich wäre das ein radikaler Schritt, der, wie Professor Zerfaß sagte, wohl auch vom Rektorat angefragt werden wird. Letztendlich sollten die Bedürfnisse der Studenten entscheidend sein.

Die Diskussion geht allerdings über all diese rationale Argumente hinaus. Für öffentliche Institutionen ist, auch das haben wir in PR gelernt, kaum etwas wichtiger als das Ansehen, das “Image”. Was für ein Bild muss man von der Uni Leipzig bekommen, wenn es doppelt so viele Professuren für PR wie für Journalistik gibt? Ein Institut, das den Ruf genoss, einer der Standorte in Deutschland zu sein, der herausragende und so wichtige unabhängige Journalisten ausbildet, würde somit zu einem Ort werden, der Interessensvertreter hervorbringt. In einer Zeit, in der PR mehr und mehr das öffentliche Leben beherrscht, sollte es gerade einer Universität wichtiger sein, exzellente Journalisten zu schaffen. Wenn den Public Relations nun eine zahlenmäßig doppelt so große Bedeutung beigemessen wird und man auf den Zug der wirtschaftsrelevanten Fächer aufspringt, bedeutet das entweder, dass man die Zeichen der Zeit nicht verstanden hat, oder dass sich die PR für bedeutsamer hält, als sie ist.

Eine Reform am Institut ist nötig und die Pläne für den Master sehen so schlecht nicht aus. Über eine derartige Prioritätensetzung sollte jedoch noch einmal ernsthaft nachgedacht werden. Da macht es ein klein wenig Hoffnung, dass es heute hieß, der Institutsrat würde zunächst von einem Beschluss absehen und konstruktive Gespräche mit allen Beteiligten anstreben. Andernfalls könnte es dazu kommen, dass sich PR und Journalismus gegenseitig abschaffen. Der Ruf für beide Seiten hat schon jetzt gelitten. Interextinktion eben.

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