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Artikel getaggt mit ‘2010’

2010 – Ein Jahr im Blog

2010 war ein sehr geschäftiges Jahr für mich und mein Blog. Es war das erste Jahr, das ich komplett von Januar bis Dezember durch gebloggt habe. In dieser Zeit hat sich mein Schmand-Blog innerlich und äußerlich verändert – in die richtige Richtung, wie ich meine. Persönliche Artikel habe ich weitestgehend aus dem Repertoire verbannt und auch kurze Sinnlosbeiträge Marke “was blogge ich denn heute?” sind so gut wie verschwunden. Äußerlich gab es zunächst die Layout-Umstellung auf Bloggospace, wenig später, seit Oktober, folgte der Umzug zu WordPress. Impressum und “Profilbild” gibt es mittlerweile auch.

Mein persönliches Highlight des Jahres war selbstverständlich die berühmte “Causa Machill”, die mir zwei Wochen nahe am Zentrum der Blog-Aufmerksamkeit bescherte und Verlinkungen auf Blogs und Twitter-Kanälen, mit denen ich nie gerechnet hätte. Mittlerweile sind die Besucherzahlen wieder auf einem überschaubaren Niveau angekommen, was ich aber nicht weiter tragisch finde.

Neben meinem “Anstalt”-Post gab es allerdings auch noch weitere Beiträge, die mir persönlich besonders gefallen haben. Die Reihe der “WM Fun Facts”, entstanden aus einer genialen Werbeaktion von VW, erfreute sich beispielsweise großer Beliebtheit und hat mir selbst sehr viel Spaß bereitet. Wie schon 2009 schaffte es meine Kritik zum neuesten “Harry Potter”-Film, überdurchschnittlich viele Leser zu locken. Der Artikel gefällt mir selbst immer noch gut, auch wenn ich mittlerweile finde, dass ich am Ende etwas zu hart geurteilt habe. Sehr spannend war für mich die Umfrage zu den Ländern Afrikas.

Plattformübergreifend erschienen auf dem Schmand-Blog vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2010 insgesamt 217 Beiträge, also etwa 4,2 pro Woche. 48 davon entfallen auf WordPress. Der September brachte praktikumsbedingt nur acht Einträge, der Januar dafür 21. Der besucherreichste Tag war der 1. Dezember. Sogar die längst stillgelegte Bloggospace-Seite erwachte an diesem Tag noch einmal zum Leben. Mit Abstand die meisten Google-Suchanfragen, die auf mein Blog führten, hatten mir Professor Machill zu tun. Seitdem wird auch häufiger direkt nach meinem Blog gegoogelt. Aber auch durch Suchen nach “Fußball in Hebron”, “DDR-Legenden vs. Weltmeister ’90″ oder “Afrika stumme Karte” haben sich viele Leute zu mir verirrt. Am besten gefallen hat mir folgende Suchanfrage: “e mail adresse von dem macher harry potter 7″ Leider konnte ich in dem Fall ebenso wenig helfen wie hier: “was ist schuld wenn der fernseher von selbst angeht”. Die zweite Frage kann ich mittlerweile allerdings beantworten. Schuld ist Samara aus “The Ring” (wahlweise auch Tabitha aus “Scary Movie 3″).

Bleiben nur noch die guten Vorsätze für das Jahr 2011. Ich möchte in Zukunft meine Beiträge vor dem Veröffentlichen öfter und besser korrekturlesen, damit mein Blog fehlerfreier wird. Ich möchte, wenn es das Thema erfordert, tiefer recherchieren. Vor allem aber möchte ich im kommenden Jahr eines: Ich möchte mich kürzer fassen. Nicht nur mir ist aufgefallen, dass viele meiner Artikel einfach zu lang sind. Ich gelobe Besserung!

Vielen Dank an meine treuen und auch an die neuen Leser und Kommentatoren! In persönlichen Gesprächen bin ich immer wieder überrascht, wie viele und vor allem wer von euch mehr oder weniger regelmäßig lesen will, was ich von mir gebe. Dass sich einige von euch in den eintragsfreien Tagen seit Heiligabend Zeit genommen und sich in Ruhe durch mein Blog geklickt haben, zeigt mir, dass echtes Interesse besteht und das freut mich. Auf ein gutes Jahr 2011!

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2010 – Was vom Jahre übrig blieb

Wo ist Lena? So Recht wollte sie in keine meiner 2010-Kategorien passen. Sie war eine der wenigen, die beim Grand Prix Musik nicht mit Sport verwechselt haben, gegen sie wurde nicht protestiert, weshalb sie auch nicht zurückgetreten ist und katastrophal ist höchstens ihre Englisch-Aussprache. Man hätte eine neue Kategorie eröffnen müssen: 2010 – Jahr der Erfolge. Das hätte sich aber kaum gelohnt. Die einzigen nichtsportlichen Erfolge des Jahres sind der Absturz der FDP auf knapp fünf Prozent und die Einführung der Winterreifenpflicht.

Nun ja. Das Beispiel Lena zeigt aber, dass sich nicht alles Erwähnenswerte in meinen vier Beiträgen wiederfindet. Für all das möchte ich euch ein paar Links ans Herz legen, die die fehlenden Inhalte sehr schön aufbereiten.

1. Album 2010 – Bilder eines Jahres. Der ZDF-Jahresrückblick. Dieses Jahr leider etwas reißerisch und erstaunlicherweise komplett ohne Erwähnung der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko. Olympia und Fußball-WM fehlen wohl wegen fehlender Bild-Rechte. Trotzdem wie immer sehr stimmungsvoll und geschmeidig.

2. !!! Der Satirische Jahresrückblick 2010. Mein persönlicher Favorit. Andreas Wiemers und Werner Doyé fassen gewohnt bissig das politisch-gesellschaftliche Jahr zusammen. Dieses Mal haben sie allerdings nicht nur die Highlights der “Toll!”-Clips des Jahres zusammen geschnitten, sondern sie mit sehenswertem Zusatzmaterial unterfüttert und thematisch äußerst geschickt kombiniert.

3. Frohes Fest 2010. Leicht kitschig, aber zum schmunzeln. Auf die Melodie von Michael Jacksons “We are the World” singen Malte und Jan-Philipp vom vergangenen Jahr. Dabei lohnt es sich, genau auf den Text zu hören, denn in den paar Minuten sind eine Unmenge an Ereignissen versteckt (“Jena, Speyer, Landshut” als Verschlüsselung für Lena Meyer-Landrut ist nur ein Beispiel). Teils lustig, teils böse, teils ernst. Gute Nummer!

Ich wünsche viel Spaß beim Anschauen!

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2010 – Jahr der Proteste

Wutbürger” wurde vergangene Woche zum “Wort des Jahres 2010″ gekürt. Ich persönlich hatte bis dahin noch nichts davon gehört, es beschreibt aber einen der größten Trends des Jahres sehr treffend. Aus der wehrhaften Demokratie wurde ein wehrhaftes Volk – und das nicht nur in Deutschland.

Im Sommer beschließt die Bundesregierung am Bundesrat vorbei, dass die Laufzeiten der Atomkraftwerke in Deutschland verlängert werden. Sofort gehen Massen von Bürgern, angeführt von SPD und Grünen, auf die Straße. Kurz darauf rollt ein Kastortransport von Frankreich ins Zwischen-/Endlager Gorleben. Der perfekte Anlass für die “Wutbürger”, zum zivilen Ungehorsam aufzurufen. Es kommt zu den größten Protestaktionen seit der Ausrufung der “Freien Republik Wendland” in den 1980ern. Neu dabei: “Schottern” (auch unter den Top 10 Wörtern des Jahres). Gefährlich, strafbar, aber effektiv. Unter den Protestanten sind Jürgen Trittin, der noch zu Regierungszeiten von Protesten abriet und Gergor Gysi, der mit einem Traktor über ein Feld fährt, um seine Naturverbundenheit zu demonstrieren.

In Hamburg werden die Grünen mit ihren eigenen Waffen, der Basisdemokratie, geschlagen. Verärgerte Eltern protestieren gegen die Schulreform im Stadtstaat, fordern einen Volksentscheid und setzen sich durch. Die Reform wird rückgängig gemacht, von Beust tritt zurück, mit ihm fünf weitere Senatoren, die schwarz-grüne Regierung zerbricht. Weniger “erfolgreich” läuft es in Sachsen. Hier demonstrieren tausende Studenten vor dem Dresdner Landtag. Trotzdem wird beschlossen, die Profile der sächsischen Universitäten auf kriegswichtige “wirtschaftlich relevante” Fächer zu beschränken und Geisteswissenschaften drastisch zu kürzen.

Ob HartzIV-Anpassung (Erhöhung wäre das falsche Wort), Krankenkassen-Reform, Mövenpick-Steuergeschenke oder Rente mit 67 – kaum ein politisches Thema in Berlin bleibt in diesem Jahr ohne größere Demonstrationen. Das Volk ist aufgewacht, merkt, dass es im politischen Prozess ein Wort mitzureden hat.

Nirgends wird das so deutlich wie in Stuttgart. Ausgerechnet im “Ländle” herrscht Aufruhr. Die Bauarbeiten zu “Stuttgart 21” beginnen. Nach 15 Jahren Planung und dem Segen diverser politischer Instanzen fällt den Schwaben auf, dass der unterirdische Bahnhof wohl teurer wird als geplant und der Schlossgarten komplett umgegraben und entholzt werden muss. Zwischen die Fronten gerät der Juchtenkäfer, dessen Existenz durch die Bagger bedroht wird. Tagelang blockieren Gegner das Gelände und halten seltsame Gelübde ab. Als schließlich die Staatsgewalt eingreifen muss, gerät der Konflikt außer Kontrolle. Einige Beamte gehen übermäßig hart mit Schlagstöcken und Tränengas gegen Demonstranten vor, die Polizei verwechselt sogenannten “Nieselregen” mit harten Wasserwerfern und nimmt keine Rücksicht auf Kinder, die nach offiziellen Angaben von den bösen Bahnhofsgegnern instrumentalisiert wurden.

Ein Provinzthema schafft es bis nach Berlin. Als kein Ende der Auseinandersetzungen absehbar ist, geschieht etwas in dieser Form noch nie Dagewesenes. Im Stuttgarter Rathaus finden groß angelegte Schlichtungsgespräche statt. Sechs Wochen beraten Befürworter, Gegner, Gutachter und Politiker um die Zukunft des Projekts. Am Ende verkündet Schlichter Heiner Geißler, dass alles beim alten bleibt, “Stuttgart 21″ gebaut, aber noch teurer wird. “Schön, dass wir drüber geredet haben”? Nein. Denn auch das gehört zur Demokratie: Eine Niederlage eingestehen, anerkennen, dass man zur Rechten Zeit Protest einlegen und Verträge einhalten muss. Ob das Modell “Schlichtung” Zukunft hat, wird sich herausstellen müssen. Es ist zeitaufwändig, schafft aber Transparenz in politischen Entscheidungen. In jedem Fall hat sich ein neues Selbstbewusstsein in der Bevölkerung entwickelt. Ein Film darüber wird wohl leider doch nicht gedreht…

Vergleicht man Schottern und Sitzblockaden mit dem, was im europäischen Ausland geschehen ist, wird allerdings klar, wie harmlos Deutschlands Bürger sind. Im Frühjahr muss Griechenland eingestehen, dass es Zahlen gefälscht hat und kurz vorm Staatsbankrott steht. Unter harten Auflagen werden dem Land finanzielle Hilfen aus der EU zugesichert. Das Sparpaket umfasst drastische Einschnitte in das Sozialsystem und höhere Steuern. Kürzungen von Kinder- und Arbeitslosengeld und eine Erhöhung des Rentenalters auf unfassbare 62 Jahre treiben das “Faulste Volk Europas” (BILD) auf die Straßen. Eine gefühlte Ewigkeit findet das öffentliche Leben dort nicht statt. Es wird randaliert, Straßenkampf-ähnliche Zustände herrschen, drei Bankangestellte erliegen dem Volkszorn und werden getötet. Einige Monate später muss auch Irland dem EU-Rettungsschirm in Anspruch nehmen. Das gleiche Bild: Sozialleistungen werden gekürzt, die Bürger protestieren. Schockmeldungen wie aus Südeuropa bleiben aber aus.

In Großbritannien protestieren die Studenten. Die neue konservativ-liberale Regierung beschließt, dass die Universitäten ihre Studiengebühren auf das Dreifache anheben können – bis zu 15000 Euro. Bildung wird einkommensabhängig, finden die Studenten, gehen auf die Straße und demolieren die Parteizentrale der Tories. Scheiben werden eingetreten, Büros gestürmt, Dächer erklommen. Nur knapp kann schlimmeres verhindert werden.

Der Politik in Europa wurde Leben eingehaucht. Die Angst um die Stabilität des Euros und die Sparkurse in diversen Ländern haben die Bürger auf den Plan gerufen und das politische Bewusstsein entschärft. Ich habe das Gefühl, dass wir uns gerade am Anfang einiger enorm wichtiger Jahre befinden. Ob Weltklima oder Finanzmarkt – es stehen wegweisende Entscheidungen bevor. Eines scheint dabei sicher: Sie werden wohl von Protesten begleitet werden.

2010 – Das Katastrophenjahr

In kaum einem Jahr gab es überall auf der Welt so viele so schwere (Natur-)Katastrophen wie in den vergangenen zwölf Monaten. Nicht nur die Anzahl der Vorfälle, vor allem die Tatsache, dass viele der Katastrophen nahezu zeitgleich passiert sind, ist beunruhigend.

Das Jahr war keine zwei Wochen alt, da erschütterte ein Erdbeben der Stärke 7,0  die Karibik-Insel Haiti, einen der ärmsten Staaten der Welt. Die Hauptstadt Port-au-Prince, nahe der das Epizentrum lag, wurde fast vollständig zerstört, Nachbarorte waren Tagelang kaum zu erreichen. Die offiziellen Zahlen der Todesopfer schwanken zwischen 250.000 und 500.000, über eine Million Menschen wurden Obdachlos. Internationale Hilfe kam zügig und zahlreich, erwies sich aber als schwer zu organisieren. Schon bald kam es zu kleineren Straßenkämpfen. Auch ein Jahr später ist Haiti weit vom Normalzustand entfernt. Im Herbst brach dort sogar eine Cholera-Epidemie aus. Es wird noch Jahre dauern, bis in Haiti wieder so etwas wie geregeltes Leben möglich sein wird.

Kurios wurde es im März. Island, gerade erst der Staatspleite entgangen, legte tagelang den europäischen Flugverkehr lahm. Der Vulkan mit dem sperrigen Namen Eyjafjallajökull war ausgebrochen und spuckte große Mengen Asche kilometerweit in die Luft. Das Wort “Aschewolke” war in aller Munde, bei Fußballübertragungen wurde sogar die Redewendung für übermäßig hoch geschlagene Bälle, “Da liegt schon Schnee drauf”, umgewandelt zu “Der nimmt noch ein bisschen Asche mit runter”. Aufgrund der kleinen Aschepartikel wurden in großen Teilen Europas die Lufträume gesperrt. “Sandstrahlen der Frontscheiben” und “Verstopfen der Geschwindigkeitsmesser” hießen die viel zitierten Gründe.

Nur einen Monat später, als sich die Asche noch nicht ganz verzogen hatte, tat sich in der Erde ein neues Leck auf. Die Ölplattform Deepwater Horizon, betrieben vom britischen Ölkonzern BP, im Golf von Mexiko explodierte und versank. Elf Menschen kamen dabei ums Leben. Als Folge traten in 1500 Metern Tiefe Unmengen Rohöl aus. Durch die enorme Tiefe gelang es nicht, das Leck schnell zu verschließen. Aus dem Unfall entwickelte sich die größte Ölkatastrophe der USA. Eine geschätzte Menge von einer Million Tonnen Rohöl waren ins Meer gelaufen, die ökologischen Schäden sind nicht abzusehen, Fischer in Louisiana mussten ihr Geschäft aufgeben. Seitdem stehen Tiefseebohrungen weltweit stark in der Kritik und das Unternehmen BP erlitt einen Milliardenschaden. Zum Buhmann wurde der Konzernchef Tony Hayward, der sich nach Meinung der US-Bürger nicht genügend um die Angelegenheit kümmerte. Per Live-Webcam konnte man im Internet bei den Reperaturarbeiten zuschauen. Das Wort “Spill Cam” steht in den USA zur Auswahl zum “Wort des Jahres”. Im Juli konnte die Quelle vorläufig versiegelt werden, seit September gilt sie offiziell als “tot”.

Der Sommer stand im Zeichen der Gegensätze. Pakistan erlebte eine beispiellose Flutkatastrophe. Etwa 14 Millionen Menschen waren direkt von den Wassermassen betroffen, ein ganzes Land stand buchstäblich unter Wasser. Auch in Polen und Ostsachsen gab es innerhalb weniger Wochen mehrere heftige Überschwemmungen. Zeitgleich herrschte in Russland Wassermangel. Große Wald- und Torfbestände brannten ab. Moskau und Sankt Petersburg, besonders stark von der Hitzewelle getroffen, versanken im Rauch. Währenddessen schneite es in Brasilien.

Eine Flut musste auch Ungarn erleben, allerdings eine etwas andere. In einer Chemiefabrik brach der Damm eines Beckens voller Klärschlamm. Die rote Masse, bestehend aus hochgiftigen Schwermetallen, tötete Menschen und Tiere, verseuchte Boden und Grundwasser und macht eine ganze Region auf Jahre unbewohnbar.

Im Oktober sorgte erneut ein Vulkan für  Schlagzeilen. Auf der indonesischen Insel Java brach der Vulkan Merapi aus – zweimal in zwei Wochen. Es war der schwerste Ausbruch seit 140 Jahren. Über 300 Menschen verloren ihr Leben, zahlreiche Dörfer wurden zerstört. Der zweite Ausbruch war besonders verheerend. Viele Indonesier waren in die evakuierten Gebiete zurückgekehrt und wurden nachts vom heißen Ascheregen überrascht.

Zwischen den beiden Merapi-Eruptionen wurde es in Deutschland weniger dramatisch, dafür umso kurioser. Im thüringischen Schmalkalden fällt mitten in der Nacht die Erde ein. Ein riesiges Loch mit ca. 35 Metern Durchmesser tut sich in der Stadt auf, reißt ein Haus mit in die Tiefe. Die Behörden sprechen von einem “Erdfall” aufgrund von Unterspülungen. Der Krater soll nun mit etwa 1000 LKW-Ladungen Kies gefüllt werden.

Ein Unglück bewegt die Welt jedoch mehr als alles andere – weil es einen glücklichen Ausgang fand. Am 5. August stürzte in Chile eine Gold- und Kupfermine ein und verschüttete 33 Bergleute. Nach über zwei Wochen erfolgloser Suche und nahezu aufgegebener Hoffnung wurde am 22. August vermeldet, dass alle 33 Kumpel in eine Rettungskammer flüchten konnten, am Leben und wohlbehalten waren. Die Rettungsbohrungen verliefen schneller als gedacht. Zunächst war man davon ausgegangen, erst zu Weihnachten würden die Männer wieder das Tageslicht erblicken. Nach 70 Tagen jedoch, “schon” am 13. Oktober, begann die Bergung der Verschütteten. Per Livestream schaute die ganze Welt dabei zu.

Das erschütterndste Ereignis für Deutschland war keine Naturkatastrophe. Bei der Loveparade in Duisburg kam es im Juli zu einer Massenpanik. 21 Menschen verloren ihr Leben, etwa 500 wurden verletzt. In der Analyse wundert sich das ganze Land, warum man eine so große Menschenmenge über einen einzigen Tunnel auf das Gelände und wieder hinaus ließ. Oberbürgermeister Sauerland und Veranstalter Schaller gerieten in die Kritik, Verantwortung will jedoch bis heute keiner übernehmen.

2010 hat die Erde Katastrophen für mehrere Jahre erlebt. Wie viele der Naturereignisse auf die globale Erwärmung zurück zu führen sind, lässt sich nicht genau sagen. Klar ist nur: Heftige Überschwemmungen und Dürren häufen sich. Dieser Trend darf in den nächsten Jahren gerne unterbrochen werden.

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2010 – Das Sportjahr

12. Dezember 2010 1 Kommentar

Chaotisch begann das Jahr aus sportlicher Sicht. Bei traumhaftem Winterwetter in Deutschland scheiterten die deutschen Handballer bei der Europameisterschaft kläglich, wurden nur Zehnter. Während hierzulande mit den Schneemassen gekämpft wurde, beklagte man am anderen Ende der Welt, in Vancouver, Frühlingswetter. Plusgrade und zu wenig Schneereserven ließen Zweifel aufkommen, ob die Olympischen Winterspiele reibungslos ablaufen würden.

Die Pannenmeldungen überwogen folglich in den ersten Tagen der Spiele. Das olympische Feuer konnte nicht wie geplant entzündet werden, Alpine Skipisten waren nicht befahrbar, Tribünen hielten dem Tauwetter nicht stand, Eisflächen waren brüchig. Talkmaster David Letterman scherzte: “Schon mehrere Eiskunstläuferinnen sind bereits eingebrochen.” Für den meisten Wirbel sorgte der Eiskanal, in dem die Bob- und Rodelwettbewerbe stattfanden. Geschwindigkeiten über 150 km/h und unzählige Stürze beherrschten das Bild. Überschattet wurden die ganzen Spiele durch den tragischen Todesfall des georgischen Rodlers Nodar Kumaritashvili. Beim Training vor der Eröffnungsfeier wurde er aus der Bahn gegen einen Stahlträger geschleudert. Eine heiße Diskussion um die Sicherheit der Sportler und den Geschwindigkeitswahn entbrannte. Mittlerweile, fast ein Jahr später, wurde die Bahn geringfügig umgebaut und auch an weiteren Strecken wurden die Sicherheitsstandards erhöht. Nichts davon kann dem viel zu jung verstorbenen Georgier noch helfen, aber wenigstens scheint man aus seinem Schicksal gelernt zu haben.

Trotz Kritik an der Organisation konnte Kanada sportlich überzeugen. Das zweitgrößte Land der Erde konnte nicht nur seine erste olympische Goldmedaille gewinnen, sondern derer gleich 14 und somit den souveränen ersten Platz im Medaillenspiegel. Deutschland belegte in der Nationenwertung vor den USA den zweiten Platz, nachdem eigentlich alles lief wie immer. Mit 30 Mal Edelmetall konnte der Richtwert der letzten Jahre erreicht werden, aus guter Tradition gab es am häufigsten Silber. Großer Nachholbedarf besteht allerdings in den “neuen” Sportarten, Ski- und Snowboardcross und den Freestyle-Wettbewerben. Die ehemalige Erfolgssportart Skispringen versinkt in Deutschland in der Bedeutungslosigkeit. Völlig überraschend können die Ski-Adler im Mannschaftswettbewerb die Silbermedaille holen, kommen aber im Rest der Saison auf keinen grünen Zweig. Stattdessen dominieren Gregor Schlierenzauer und Simon Ammann das Weltcup-Geschehen.  Mit/trotz/dank neuer Bindung fliegt der Schweizer zu seinen Olympia-Titeln drei und vier.

Die Medien berichteten erstmals flächendeckend im HD-Format. Was jedoch im Gedächtnis bleibt, sind der ZDF-Biber und diverse Wortspielereien, vor allem im Alpinbereich, wenn Herrn Miller der Körper eines “Bode-Builders” bescheinigt wurde oder Lindsey allen “auf und daVonn” fuhr.

Im Fußball wurde in den Wochen danach ein fast erfolgreiches Jahr 2010 eingeläutet. Hamburg scheitert mal wieder im Halbfinale des Europapokals, Bayern scheitert knapp am Triple, wird aber Meister, zerlegt Bremen im DFB-Pokalfinale und erlebt die Geburt des “Feierbiestes“. Berlin steigt ab, Fürth wieder mal nicht auf. Anschließend ist Fußball-Deutschland gespalten. Team Löw/Bierhoff oder Team Zwanziger? Team Kuranyi/Kießling oder Team Klose/Gomez? Team Adler oder Team Neuer? Und dann waren da ja noch Michael Ballack und der Huf des Kevin-Prince Boateng. Letztendlich löste sich alles in Wohlgefallen auf. Deutschland spielte eine fabelhafte WM mit dem Spiel des Jahrhunderts gegen Argentinien, Miro Klose schließt nicht nur zu Gerd Müller in der WM-Torjägerliste auf und feiert einen Müller-Hohensteinschen “inneren Reichsparteitag”, sondern entpuppt sich auch als Entertainer auf Pressekonferenzen und Theo Zwanziger stellt Jogi Löw einen sportlichen Heiratsantrag. Kuranyi und Ballack laufen nach er Sommerpause ins DFB-Abseits – Ballack verletzt sich erneut und Kuranyi wechselt zu Dynamo Moskau, wo seitdem kein Hahn mehr nach ihm kräht.

Einige Erziehungsmaßnahmen konnte die Weltmeisterschaft in Südafrika bewirken. Mittlerweile wird es wohl niemanden mehr geben, der “Vuvuzela” für ein Land in Südamerika hält, Deutschlands Ruf als Fußball-Arbeiter dürfte nun der Vergangenheit angehören und weltweit wurde der Fußball einer Verjüngungskur unterzogen. Die Seniorenteams aus Italien und Griechenland beispielsweise scheiterten in der Vorrunde und Frankreich (das eigentlich gar nicht hätte dabei sein dürfen) sorgte mit seinen bockigen Spieler-Grüppchen für einen von außen betrachtet sehr unterhaltsamen Eklat. Der Trend zur Jugend macht sich nun auch in der Bundesliga bemerkbar: Die Mannschaften der Hinrunde sind Dortmund und Mainz mit ihren unzähligen “jungen Wilden” (Schürrle, Holtby, Sahin, Großkreutz, …). Wenn sich das mit dem schönen Fußball herum spricht, sehen wir bei der nächsten WM vielleicht auch wieder Tore. Einer wird dann allerdings trotzdem fehlen: Krake Paul.

Neben den Großereignissen Olympia und Fußball-WM geriet fast in Vergessenheit, dass Deutschland bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Barcelona 16 Medaillen ergattern konnte, darunter durch Verena Sailers 100-Meter-Erfolg die erste Sprintmedaille seit 16 Jahren und ein Doppelsieg der Damen im Speerwurf. Auch Martin Kaymer sollte Erwähnung finden, der es als zweiter Deutscher überhaupt schaffte, eines der vier Major-Turniere im internationalen Golfsport zu gewinnen.

Das Ende des Sportjahres 2010 gehörte zweifelsohne Sebastian Vettel, dem jüngsten Formel-1-Weltmeister aller Zeiten. “Einen Platz besser” als im Vorjahr wollte er werden und das gelang ihm eindrucksvoll in einer der spannendsten Saisons der Geschichte. Der junge Heppenheimer sorgte dafür, dass das Comeback Michael Schumachers zu einer Randbemerkung verkam. Neben Sebastian Vettel haben sich kürzlich auch die deutschen Rodlerinnen in die Geschichtsbücher eingetragen. Seit 1997 haben sie kein Weltcuprennen mehr verloren und im Dezember die 100 “voll gemacht”.

In Wimbledon gab es ein Spiel für die Ewigkeit. Nicolas Mahut spielte gegen John Isner. Dienstag begannen sie, Donnerstag gab es den Gewinner. Mit 11 Stunden und 5 Minuten Spielzeit trennten sie sich schließlich im fünften Satz mit 68:70 Punkten – das längste Tennismatch der Geschichte.

Aus der Kategorie “Sonstiges” ist zu berichten, dass sich die New Orleans Saints den ersten NFL-Titel in der Vereinsgeschichte holen. Die deutsche Curling-Mannschaft wurde Weltmeister. Die Tour de France blieb ohne Doping-Nachricht, wurde allerdings durch schwere Vorwürfte von Ex-Profi Floyd Landis begleitet. Auch Tour-Sieger Alberto Contador wird kritisch beäugt. In Singapur finden die ersten Olympischen Jugend-Sommerspiele statt. Nicht ganz überraschend holt China mit Abstand die meisten Medaillen. Die FIFA vergibt in einer Skandal-Entscheidung die Fußball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022 an Russland und Katar. Zuvor hat ein Korruptions-Skandal den Weltverband erschüttert. Vitali Klitschko verprügelt Shannon Briggs vor 14 Millionen TV-Zuschauern. Für die Leistungen bei der Fußball-WM erhielt die Deutsche Nationalmannschaft nicht nur das silberne Lorbeerblatt, sondern auch den deutschen Fernsehpreis. Dazu bekamen Jogi Löw das Bundesverdienstkreuz und Mesut Özil den Traditionspreis des Integrations-Bambis verliehen. Die deutsche U20-Nationalmannschaft der Frauen gewinnt souverän und bei Top-Stimmung die Fußball-Weltmeisterschaft im eigenen Land. Bei der Basketball-WM in der Türkei zeigen die “Bauermänner” zwei herausragende Spiele gegen Argentinien und Serbien, scheiden aber in der Vorrunde aus.

Abwechslungsreich und Erfolgreich war es, das Sportjahr 2010. Auf Vollständigkeit wird kein Anspruch erhoben. Ergänzungen, persönliche Highlights und interessante oder lustige Sportvideos aus dem Jahr 2010 sind sehr willkommen.

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