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Neues aus der Anstalt #19

Manche Dinge sind so unangebracht, dass sie zum Bumerang werden können. Professor Dr. Marcel Machill, Inhaber des Lehrstuhls Journalistik II an der Uni Leipzig, könnte es diesmal endgültig übertrieben haben. Er hat einen Studenten verklagt.

Professor Machill hält eine der Vorlesungen im Modul “Einführung in die Journalistik”, über das ich selbst vor einem Jahr zahlreiche Klagelieder gesungen habe. Das einzige erlaubte Hilfsmittel in der Klausur ist ein 39 Euro teures Buch, zu dessen Verfassern er gehört. Diese Studie ist gleichzeitig zentraler Prüfungsinhalt. Nun kommen einige ungünstige Faktoren zusammen. Der Harvard-Absolvent Machill weigert sich wie gewöhnlich, den Studenten den direkten, verbilligten und mittlerweile üblichen Verkauf über sein Sekretariat anzubieten. In der Universitäts-Bibliothek existieren 22 Exemplare, zwei davon nicht ausleihbar, für die anderen gibt es lange Wartelisten. Die 343 für das Modul eingeschriebenen Studenten müssen das Buch also wohl oder übel für den vollen Preis kaufen. Selbst das ist ihnen jedoch nicht vergönnt, da die Studie bei Verlag und Händlern vergriffen und erst in einigen Wochen wieder lieferbar ist. Um den Kommilitonen aus dieser misslichen Lage zu helfen, hat ein Student älteren Semesters, Roger, das Buch eingescannt und online gestellt. Als Überbrückung, bis das Buch wieder verfügbar ist.

Die unautorisierte Verbreitung von Schriften ist ein Verstoß gegen das Urheberrecht, Professor Machill somit im Recht, wenn er seinen Studenten dafür verklagt. Jedoch ist diese Reaktion so grob unangebracht, dass sie für Empörung gesorgt hat. Zunächst berichtete der “Student!”, die Campuszeitung der Uni Leipzig, und die Geschichte sprach sich herum. So weit, dass heute (29.11.2010) ein längerer Bericht in der “Süddeutschen Zeitung” stand. Darin beteuert Roger, dass ein Hinweis seitens des Professors gereicht hätte, um die Scans verschwinden zu lassen. Nichts davon sei geschehen, die erste Kontaktaufnahme sei der Brief der Anwaltskanzlei gewesen.

Christoph Giesen, Autor des Artikels, schlägt sich auf die Seite des Studenten, der nun einem wohlhabenden Professor die 1000 Euro Anwaltskosten bezahlen soll. Er zeichnet das Bild des Professoren nach, das auch in der Studentenschaft von ihm herrscht: “‘Ich habe keine Lust, meine Zeit mit irgendwelchen Studenten zu vertändeln’, sagte er auf SZ-Anfrage und beendete das Gespräch.” Mit wenigen Punkten bringt er sein eigenes Wesen genau auf den Punkt. Professor sein wäre wirklich schön, wenn es nicht diese lästigen Studenten gäbe. Dass er bereits dem “Student!” und dem Universitätsradio “Mephisto 97.6″ Stellungnahmen verweigerte, ist schon charakterlos. Einem SZ-Journalisten den Hörer hin zu knallen, ist jedoch – vor allem als Journalistik-Professor – geradezu unfassbar ungeschickt.

So musste sich Christoph Giesen eben mit anderen Quellen behelfen. Diese äußern sich unisono und erstaunlich offen abgeneigt gegenüber Machill. Wolfgang Fach, Protektor für Lehre und Studium, wird zitiert mit: “Herr Machill ist einmalig, wir haben laufend Probleme mit ihm. Es gibt praktisch kein Semester, in dem ich mich nicht mit der Causa Machill beschäftigen muss.” Auch Professor Bentele, PR-Professor und bundesweiter Guru dieses Faches, sieht die Klausurplanungen Machills kritisch. Professoren andere Institute gehen noch weiter und sagen “Die Prüfung zur mittleren Reife ist anspruchsvoller als ein Examen bei Professor Machill.”

Doch damit nicht genug: Der MDR hat bereits angekündigt, sich dieser Thematik anzunehmen und einen Bericht über Machill und seine Klage zu senden. Und alles nur, weil ein junger Professor “keine Lust hat, seine Zeit mit irgendwelchen Studenten zu vertändeln”. Eine einfache Mail hätte gereicht, nichts wäre passiert. So hat er sich ein peinliches Eigentor geschossen. Die Geschichte schlägt nun ungeahnt hohe Wellen und ist durch den heutigen Artikel bundesweit bekannt. Sein ohnehin schlechtes Ansehen dürfte dadurch noch weiteren Schaden genommen haben. Unter den Studenten ist man darüber nicht wirklich traurig.

  1. 29. November 2010 um 23:25 | #1

    Grüße,
    ich will nur eine Kleinigkeit richtig stellen, es ist einfach deshalb von Belang, da es die Sache noch grotesker macht.

    Machill hat mich bei dem UVK Verlag ‘denunziert’ und daraufhin haben diese eine Anwaltskanzlei eingeschaltet (das kann mit dem Anwaltsschreiben belegt werden). Der Streitwert beträgt “willkürliche” 15000€ – dies entspricht wohl ca. Klicks auf scribd mal Buchpreis. Daraus errechnen sich dann die Anwaltskosten für die Abmahnung – macht 1034€.

    Wichtig ist auch – zuerst war es nur eine Abmahnung – jetzt wird wohl eine Klage angestrengt, um an die Anwaltskosten zu kommen….

    .. be continued…

  2. 30. November 2010 um 10:13 | #2

    Urheberrechtssachen werden meistens mit einem (etwas willkürlichen) festen Betrag angesetzt, und die Kanzleien wollen ja auch verdienen, daher fällt der schon mla etwas höher aus. Ich kann ja mal meine Chefin fragen, ob sie dich aus reiner Menschenliebe für etwas PR verteidigt…^^

  3. Mondendingens
    30. November 2010 um 10:14 | #3

    Hallo,

    ich bin Studentin des Master Journalistik im ersten Fachsemester und würde gern mal kurz den Hype (Bericht im “Student”; in der “SZ” etc.) kurz kommentieren, denn ich finde ihn unverständlich. Ich habe an einer anderen Uni studiert und zwar nicht KMW. Dort war und ist es völlig normal, dass man sich für Klausuren und Prüfungen ein paar Bücher anschaffen muss. Für viele meiner Master-Kommilitonen ist das auch selbstverständlich und wir können diese “Weinerleichkeit” bei den KMW-Studenten nicht verstehen. Das spiegelt aber so einige Schlaffi-Einstellungen bei KMW-Professoren wider: ich habe mir, gerade weil ich kein KMW studiert hatte, da mal so einiges aus Interesse angeschaut und ich muss sagen: Machills Vorlesungen und Seminare sind (gerade im Gegensatz, was an diesem Institut sonst so geboten wird) echt klasse. Er ist fachlich und didaktisch brillant und er hat seine Vorlesungen mit Sorgfalt strukturiert. Das ist hier bei den wenigsten der Fall.

    Was ist eigentlich anderes passiert, als dass ein junger Mann in Person eines KMW-Studenten das Gesetz verletzt hat und dafür abgemahnt wurde? Wo ist der Nachrichtenwert (nehmen wir gerade durch)? Und vor allem: Welche Medien lassen sich hier eigentlich vor den Karren von bestimmten Personen spannen (auch das haben wir vor 14 Tagen im Seminar durchgenommen)? Denn wenn ich es richtig verstehe, hat ja wohl der Student Roger Vogel die Sache erst publik gemacht. Er ist an die Medien gegangen und prahlt mit dem Anwaltsschreiben, das er bekommen hat. Ich finde es schade, dass sich die SZ so zum Erfüllungsgehilfen der Kommunikationsabsichten von Herrn Vogel macht; von denen hatte ich bislang eigentlich eine bessere Meinung. Und zu Roger Vogel: Auf derartige “Hilfe” kann ich echt verzichten. Seine illegale Aktion (und nicht etwa die verständliche Reaktion des Verlags) verursachen böses Blut. Hat er eigentlich mal versucht, zum Prof Kontakt aufzunehmen und sich zu entschuldigen? Stattdessen spielt er über Bande (also über die Medien) und hält sich für den Robin Hood der KMW.

    Also, ich möchte hier in einer guten Atmosphäre studieren. Dazu gehört es für mich, sich anhand von Literatur (die man in manchen Fällen auch mal kaufen muss) in Ruhe auf Prüfungen vorbereiten zu können.

    Lieben Gruß

    Mondendingens

    • 30. November 2010 um 10:29 | #4

      Hallo Mondendingens,

      fachlich hat keiner von uns Professor Machill in Frage gestellt. Auch ich halte ihn für äußerst kompetent und seine Vorlesungen so, wie du sie beschrieben hast. Man kann ihm hervorragend zuhören.
      Umso schlimmer ist es doch, dass er sich Studenten und Professoren gegenüber so rüpelhaft aufführt. In einer Position, wie er sie hat, sollte man doch gerade den Studenten gegenüber Kooperationswillen und Offenheit zeigen. Leider ist bei ihm das Gegenteil der Fall.
      Es ist auch nichts dagegen einzuwenden, Bücher zur Klausurvorbereitung zu kaufen. Auch das ist in fast allen anderen Modulen bei uns geschehen. Hier ist bei Prof. Machill jedoch ein enormes Geltungsbedürfnis zu erkennen. Er ist der Einzige, der sein Buch nicht vergünstigt anbietet (muss er nicht, gehört aber zum “guten Ton”) und als ich sein Modul belegt habe, hat er sämtliche (!) Texte der Literaturliste (passwortgeschützt) eingescannt ins Netz gestellt, bis auf sein eigenes Buch.
      Da sind wir dann auch beim Nachrichtenwert. Ich finde es durchaus interessant, zu erfahren, wie ein Professor seinen Lehrstuhl benutzt, um sich selbst darzustellen und nicht, um für seine Studenten da zu sein (siehe sein Zitat). Dazu kommt, dass das Buch, das wir damals lesen mussten, kaum Informationswert hatte. Zweiter Nachrichtenwert wäre eine Diskussion für und wider moralische Richtigkeit, einen Studenten zu verklagen, der seinen Kommilitonen helfen wollte, bis es das Buch wieder zu kaufen gibt.

      Viele Grüße,
      Schmand

  4. M.T.
    30. November 2010 um 12:17 | #5

    Ich bezweifle, dass der Kommilitone vor hatte, es je wieder offline zu stellen. Woher will er denn auch wissen, wann alle endlich das Buch haben?
    Ich finde, der Professor hätte mit ihm in Kontakt treten und ihn auffordern sollen, das Online-Stellen wieder rückgangig zu machen. Trotzdem ist die Anzeige nicht falsch, nur etwas übertrieben.
    Die Vorlesungen finde ich übrigens auch gut (bisher).

  5. HansimGlück
    30. November 2010 um 13:32 | #6

    Er hätte bei Bertelsmann bleiben sollen, aber da schauen halt nunmal keine jungen Menschen zu ihm auf. Klarer Fall von Geltunsdrang gepaart mit einer ungesunden Portion Geldgier.

    Die Studenten von damals wüssten schon wie man so einem Griesgram die Leviten liest…aber heute sind die ganzen Studdis….die Intelektuelle Elite wie sich gerne selber schimpfen…alles verweichlichte karrieregeile Ja-Sager!

    just my 5 cents

  6. vom OG3r
    30. November 2010 um 14:13 | #7

    Es wurde schon ausreichend deutlich gemacht – der Nachrichtenwert erschließt sich daraus, dass dieses Verhalten zum einen Gang und Gäbe ist – die ehemaligen Diplomer können ein Lied davon Singen – und dieses Mal eben noch die übermäßige Reaktion.
    Wohl gemerkt nicht von Prof. zu anonym sondern von Prof. zu Mitglied in der Studienkommission Journalistik (Master & Diplom) – hier sollte die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben.

    Wichtig zum Verständnis (hapert ja mit dem genauen lesen so bei den Master Studenten wie es scheint, das Magazin uncover glänzt ja auch durch unprofessionelle Artikel die auch noch von MPA beeinflusst zu sein scheinen – der Fachschaftsrat hat da schon leidige Erfahrungen gemacht, mit einer vollkommenen Verdrehung von Tatsachen)… es ist eine “Grundlagen” Vorlesung und keine “Medienfreiheitsvorlesung” d.h. sein Buch kommt genau in 1 Vorlesung dran und auch nur sehr beschränkt im Seminar und ist DENNOCH elementarer Bestandteil der KLAUSUR und auch als einziges Werk zum “spicken” ZUGELASSEN.

    Nur damit es endlich der oder die Letzte versteht, es geht um eine ganz klare Fokussierung auf die Absatzzahlen des Buches, was grad aktuell ist. Und das ist verwerflich und auch berichtenswert!

    Zum Thema wann wieder offline – im Januar nach der Klausur, was will ich auch mit so einem Werk?

  7. GrandMcApe
    30. November 2010 um 14:31 | #8

    Liebe Mondendingens,

    der Vergleich mit anderen Universitäten hinkt. In Leipzig studieren die Bachelor KommillitonInnen ein Kernfach und ein Wahlbereich. Der Wahlbereich kann jedes Semester neu gewählt werden. Somit besteht die große Wahrscheinlichkeit, dass bei 5o Prozent Wahlbereichsstudenten in der Vorlesung von Prof Machill, diese kein weiteres KMW Modul mehr belegen werden. Warum sollte sich also ein Afrikanistikstudent ein KMW Buch kaufen, wenn er es nach diesem Semester nicht mehr braucht? Gerade wenn es KEINE Grundlagen vermittelt, sondern gerade die aktuelle Publika des Profs ist?

    @M.T.
    Vor einigen Jahren gab es einen ähnlichen Fall mit Prof. Freys. Er kam auf die Betreiber des Wissensnetzes (quasi http://www.kmw-student.de 1.0 )zu und forderte sie auf das entsprechende Werke von der Webseite zu nehmen. Das taten die Betreiber und alles war ok. Ohne Gericht, ohne Anwalt. So kann es also auch gehen.

    Grüße

  8. Tim
    30. November 2010 um 16:39 | #9

    Kurze Frage: Halte ich Herrn Machill als einzigen Menschen für inkompetent? Das er seine kompletten Folien nicht online stellt ist eigentlich schon absolut bescheuert. Aber das er, als Journalistik-Professor, dauernd Fehler auf seinen Folien hat ist doch schon mehr als bedenklich. Er benutzt Folien mit dem Vermerk “Wintersemester 2009/2010″… Es kann nicht sein, dass er in der ersten VL zu uns Studenten sagt: “Ich kann erwarten das die Studenten sich das wichtigste Mitschreiben und die Texte lesen. Deshalb werden die Folien nicht online gestellt.” Das ist eine Ansicht, aber der weitere Vermerk: “Und wenn eben Erstsemester hier drin sind, ist das nicht mein Problem. Das Modul ist für das 3. Semester ausgelegt.” Schön, aber leider kann man sich nicht immer aussuchen wann man welches Modul kriegt. Die Art die Machill an den Tag legt ist einfach verwerflich. Und wer sein Buch gelesen hat, merkt das er sich manchmal selbst widerspricht. Einmal gibt es “in Ostdeutschland sieben Journalistenschulen, davon jedoch nur drei außerhalb von Berlin” (S.42)…was ja impliziert das es in Berlin vier gibt. Auf der Seite 47 steht: “Sieben Journalistenschulen bilden in Ostdeutschland für den praktischen Journalistenberuf aus, allerdings befinden sich drei davon allein in Berlin.” Kann nur ich nicht rechnen? Und dabei sind diese beiden Aussagen nur 5 Seiten voneinander entfernt. Schlim für Herrn MPA Machill, der für das gesamte Buch doch nur die “Einleitung” schreiben musste. Der Rest ist ja eh von ehemaligen Studenten (Bachelorarbeit)… Und ich halte generell es auch für in Ordnung wenn man sich mal ein Buch leisten muss. Aber wie bereits angeklungen ist, es gibt Studenten die haben das nur im Wahlbereich und haben auch andere Bücher zu kaufen. 200 Euro im Semester nur für Bücher kann da schon einmal zusammenkommen. Wo bitte ist da die Freiheit und Gleichheit bei der Bildung wenn jemand sich das Buch leisten und somit in der Klausur verwenden darf und jemand z.b. nur Kopien besitzt (da er nur wenige Bafög erhält), diese aber dann nicht in der Klausur verwenden kann, und somit schlecht abschneidet? Denn keiner kann seine Zahlen und Fragen alle auswendig lernen. Und es kann auch nicht der Sinn sein nur etwas aus einem Buch abzuschreiben…

  9. M.T.
    30. November 2010 um 18:02 | #10

    Ich finde es auch okay, sich mal ein Buch zu leisten. 39 Euro sind nicht wenig, aber noch im Rahmen.
    Wie ich gehört habe, hat er auf die Frage nach der ersten Vorlesung, ob das Buch noch weitere Vorlesungen umfasse als die erste, mit “Ja” geantwortet. Das war für mich der eigentliche Grund, es zu kaufen. Es ist frech, dass die Aussage aber nicht zuzutreffen scheint. Mag sein, dass das Buch inhaltlich gut ist, aber die vielen grammatikalischen Fehler gehen gar nicht!
    Ehrlich gesagt wundert es mich nicht, dass er die Folien nicht online stellt. Wäre es anders, würden viele nicht zur Vorlesung kommen und ihm auch nicht zuhören.

  10. vom OG3r
    30. November 2010 um 18:19 | #11

    Versuch mal die Mitschriften .. bis auf die 1. VL zum Buch ist es nicht viel anders
    http://www.scribd.com/doc/3330465/104-Grundlagen-Journalistik-Machill-gesammelte-Werke

    haben mir Studies bestätigt die das Modul belegen.

  11. 30. November 2010 um 20:36 | #12

    Sehe ich das eigentlich richtig, dass es Machills Buch sowieso auch kostenfrei und legal (!) bei PaperC gibt? http://paperc.de/10002-medienfreiheit-nach-der-wende-9783867642675 Das macht die Sache ja nur noch lächerlicher…

  12. 30. November 2010 um 22:06 | #13

    @Mondendingens: Das ist ganz schön peinlich und naiv, wenn du dich im ersten Semester an diesem Institut hinstellst und dessen erfreust, dass Machills didaktisch hochwertig und gut strukturiert vermitteltes Wissen auf die reale Wirklichkeit zutrifft. Wahnsinn! Für deinen Journalistik-Master gebe ich dir mal auf den Weg: kritisches Reflexionvermögen ist die essentielle Eigenschaft eines/einer Journalisten/-in, aber das wird wahrscheinlich erst in der sechsten Vorlesungsstunde drangenommen.

    Die SZ als Erfüllungsgehilfe eines Studenten? Klingt nach Verschwörungstheorie. Machill ist diesmal einfach einen Schritt zu weit gegangen. Und das ist auch gut so. Dem Institut stünde es gut zu Gesicht, wenn die Selbstherrlichkeit à la Machill demnächst ein Ende hätte.

    Aber bis das der Fall sein wird, hast du deinen Journalistik-Master längst abgeschlossen. Einen Tipp dafür kann ich noch auf den Weg geben: Immer schön das sagenmachenschreiben, was der Prof sagt. Dann sind Harmonie, gute Noten und die Aufnahme in den MPA-Fanclub garantiert.

  13. 30. November 2010 um 23:59 | #14

    @Martin: Das Inhaltsverzeichnis vielleicht, den Rest musst du dir schon downloaden, wenn du weiterblättern willst.
    Es bleibt dabei: rechtlich in Ordnung, moralisch fragwürdig.

    PS: Wir haben dazu auch kommentiert:
    http://nochweiter.de/gemein-t/2010/11/20/02015_und-die-moral-von-der-geschicht/

  14. N.
    1. Dezember 2010 um 11:57 | #17

    Sicherlich ist Prof. Machill juristisch im Recht. Dennoch hat er sich selbst ins Aus geschossen, denn peinlich finde ich seinen – hier oft zitierten – Satz, er habe keine Lust, seine Zeit mit irgendwelchen Studenten zu vertändeln.
    Wenn er dazu keine Lust hat, warum ist er dann Professor geworden? Zu einem guten Professor, gehört eben nicht nur fachliche Brillanz, sondern auch ein angemessener Umgang mit seinen Studenten, die man ernst zunehmen hat und mit denen man sich als Prof. auseinander setzten sollte (wie gesagte, alle wissen, dass es mit Prof. Machill öfter und noch andere Probleme gibt). Prof. Machills Aussage ist, als würde ein Kindergärtner sagen, er hätte kein Lust mit Kindern zu spielen.
    Augen auf bei der Berufswahl!

  15. Bettina
    1. Dezember 2010 um 12:14 | #18

    @ N: In der Sache (Kindergärtner) hast Du recht. Nur leider wird v.a. in Deutschland bei der Berufung viel mehr Wert auf die Publikationsliste als auf die Lehrerfahrung gelegt. Es heißt zwar immer “Forschung & Lehre”, letztlich aber ist die Lehre eher nachrangig. Leider – denn Uni lebt von Wissensvermittlung und -austausch – in beide Richtungen.

  16. Sabina
    1. Dezember 2010 um 12:45 | #19

    bisher war ich geneigt zu den abläufen am institut nur staunend mit dem kopf zu schütteln, aber ich finde hierzu sollte etwas angemerkt werden. denn hier äußert symptomatisch eine haltung eines speziellen lehrkörpers, dessen fachliche kompetenz ich nicht anzweifeln mag, der aber PÄDAGOGISCH dieses amtes nicht würdig ist. Sicherlich ist man bereit einiges zu ertragen, das eigentlich nicht ohne mindestens eine erhobene augenbraue ertragen werden sollte: die vergabepraxis bei abschlussarbeiten, die totalitäre diktatur der prüfungsthemen inkl. fachliteratur, oder johannes z.b. der neuerliche totalausfall macht es aber überdeutlich: die kommunikation am kommunikationsinstitut (abt. asj) ist gescheitert. sender-botschaft-kein empfänger. wo studenten zu ballast werden und sprechstunden zu monologen generieren, macht sich frust breit. auf beiden seiten. klar ist im jüngesten fall in der rechtlichen grauzone herumgestochert worden und ebenso klar ist, dass das ein nachspiel haben sollte. aber am aller klarsten ist doch, dass dieser weg der (wie so oft) der falsche ist.

  17. Mandy
    1. Dezember 2010 um 13:39 | #20

    Ich finde wir sollten dankbar sein, dass endlich jemand die Zickereien am Lehrstuhl an die Öffentlichkeit trägt. Es ist traurig, dass ich bald die Uni verlasse und mich für meine Lehrstühle schäme. Kommunikationswissenschaftler, die halt nicht kommunizieren können… Ich habe mich damals bewusst für die Journalistik an der Uni Leipzig entschieden, weil sie mir wesentlich praxisorientierter schien und einen besseren Ruf hatte als in Dortmund. Dieser Ruf wird sicher bald dahin sein, wenn das so weiter geht…

  18. Bettina
    1. Dezember 2010 um 13:57 | #21

    @ Sabina: was bedeutet “johannes z.b.” ?

    • vom OG3r
      1. Dezember 2010 um 14:05 | #22

      ich glaube sie meint Gerstner, den wissenschaftlichen Mitarbeiter von MPA

  19. UVK Verlag
    1. Dezember 2010 um 15:19 | #23

    Wir möchten an dieser Stelle noch einmal die Fakten mit Ihnen teilen:
    1. Durch das Einscannen des Buches und vor allem das Anbieten eines Downloads wurde geltendes Urheberrecht verletzt, was eine Straftat darstellt.
    2. Das Buch ist nicht vergriffen, sondern war leider eine Woche lang nicht lieferbar, weil es nachgedruckt wurde.
    3. Der Verlag hat übrigens von einer Strafanzeige gegen Herrn Vogel abgesehen. Herr Vogel hat eine Unterlassungserklärung unterschrieben und muss für die entstandenen Anwaltskosten aufkommen.

    • bubsi
      10. Dezember 2010 um 23:32 | #24

      Das haben wir schon begriffen.
      Wir diskutieren über die Moral.
      Das steht nicht im StGB.

  20. Tim
    1. Dezember 2010 um 15:32 | #25

    @ UVK Verlag: Es hat fast drei Wochen gedauert bis das Buch wieder lieferbar war. Dabei sollte man innerhalb von einer Woche zu dem ersten Text ein Kurzreferat halten. Ohne Buch nicht möglich. Also Urheberrecht hin oder her…Der Prof. will das wir ne Arbeit abliefern, ohne das das Buch da ist… Roger hat es dafür online gestellt. Alles andere ist traurig… Hättet ihr Respekt würdet ihr selbst die Anwaltskosten nicht haben wollen. Aber wartet ruhig ab…Das wird nicht der einzige Beitrag dazu sein. Je mehr ihr auf Euer Recht besteht, desto mehr werdet ihr erfahren was es heißt “Blogging via Internet”… Gute PR-Berater wissen das bereits. Eure Anwaltskanzlei anscheinend noch nicht…

    • Fossibär
      1. Dezember 2010 um 16:26 | #26

      @Tim: Ich denke, es geht in der Auseinandersetzung um zwei verschiedene Dinge: Zum einen um eine Urheberrechtsverletzung, gegen die derjenige, der die Urheberrechte verwaltet, also der Verlag, vorgehen muss, andernfalls kann er seinen Job gleich bleiben lassen. Er hätte vermutlich auch härter auftreten können, wenn er wirklich gewollt hätte; das Abmahn-Un-wesen treibt tendenziell ganz andere Blüten. Im vorliegenden Fall scheint mir OG3r sowas wie Glück im Unglück gehabt zu haben.

      Zum anderen geht es um die pikante Frage, wie Kommunikationswissenschaftler untereinander zu kommunizieren pflegen – oder eben nicht kommunizieren. Da staunt der Laie, und der Fachmann wundert sich!

      Phine schrieb ja schon, dass das Buch bei PaperC erhältlich ist, man kann es dort tatsächlich kostenlos lesen, siehe http://paperc.de/10002-medienfreiheit-nach-der-wende-9783867642675. Sowas hätte man sich rein theoretisch auch ergoogeln und sich eine Menge Stress ersparen können. Theoretisch. Praktisch gesehen haben ein paar Leute nicht gerade besonnen sondern panisch reagiert. Dass der Proff nicht oder wie gegenüber der Süddeutschen Zeitung schroff reagiert, das wundert mich allerdings auch. Hat er, der fachlich gerühmt wird, die Dimension der Aufregung nicht erkannt?

  21. vom OG3r
    1. Dezember 2010 um 15:36 | #27

    Ich akzeptiere alle Fakten, es geht auch nicht um etwas zu beschönigen, diese Diskussion wird einzig deshalb geführt, weil Aspekte der Lehre “nicht ganz rund laufen”.
    Deshalb danke ich auch dem UVK Verlag ganz recht herzlich. Der eigentliche Grund für das Vergehen ist indes im wesentlichen darin zu sehen, dass das Buch nicht – verfügbar war – ganz gleich ob vergriffen oder im Nachdruck.

  22. 1. Dezember 2010 um 16:14 | #28

    @UVK Verlag: Ich erlaube mir, Ihre Aufzählung fortzusetzen, und diese wiederum mit Ihnen zu “teilen”:

    4. Ihr aus formal-juristischer Perspektive korrektes Vorgehen hat an dieser wie auch an anderen Stellen niemand in Frage gestellt. Im Gegenteil, das wurde stets konzediert.

    5. Über das System Machill herrscht unter vielen Studierenden (und offensichtlich auch unter viele Kolleg_innen) ein großer Unmut. Machills Vorgehen und seine Äußerungen (“Ich habe keine Lust, meine Zeit mit irgendwelchen Studenten zu vertändeln”) stehen für sich.

    6. Medien wie die SZ erachten diese Zustände und Vorgänge für berichtenswert.

    Daher lohnt es sich auch, in eine juristische und eine moralische Ebene zu unterscheiden. Der Verweis auf die rechtliche Legitimität des Vorgehens von Machill und Ihrem Verlag soll wohl als Totschlagargument dienen. Aber nicht alles, was rechtens ist, ist automatisch auch gerecht.

  23. Mondendingens
    2. Dezember 2010 um 22:50 | #29

    Viele haben wohl noch nicht mitbekommen, dass der Ursprungsartikel aus der Süddeutschen voller Fehler ist. So hat wohl der Prorektor inzwischen klargestellt, dass er sich so nie über Machill geäußert hat. Und auch das Machill-Zitat selbst ist falsch: Er hat nie über Studenten allgemein gesprochen, mit denen er nicht seine Zeit vertendeln will, sondern über Studenten, die Urheberrechtsverletzungen begehen. aber dieses kleine, feine detail hat der gute sz-journalist wohl geflissentlich weggelassen. aber das ist ja auch egal, wenn man so schöne viele andere blogs und medienleute zitieren kann. in der masse der gleichschreiber schwimmt es sich einfacher als mal die fakten zu überprüfen, gell?

    Weiterer dicker Fehler in dem sz-artikel: die drei herausgeber von dem “fraglichen” buch bekommen gar kein honorar. sie haben nämlich auf ihr honorar verzichtet, um den preis zu drücken. — aber pfui, das passt jetzt so gar nicht ins bild von dem machill, net wahr.

    woher ich die fakten kenne? ich muss zugeben per zufall: habe einfach mal auf machills website geschaut…

    und noch was: ich war gestern mal bei machill in der sprechstunde. wollte mir einfach selbst ein bild von dem typ aus der nähe machen. habe ihn um “Rat” gebeten wegen Auslandsstudium und Stipendium und so. Da hat er mich erst mal genau gefragt, was ich so bislang gemacht habe und wo meine schwerpunkte liegen… – und hat dann eine super-strategie mit realen optionen vorgelegt. ich muss sagen: kompetent, nett, ernsthaft. ich kann nur hoffen, dass er so bleibt und sich nicht angewiedert zurückzieht. aber all das ist ja nur meine bescheidene meinung.

  24. Sternenbumens
    3. Dezember 2010 um 06:23 | #30

    Ich werde das Gefühl nicht los, dass hinter Mondendingens keine Master-Studentin steckt, sondern ein Master himself, bzw. einer von zwei Master-Lakaien.

  25. Mondendingens
    3. Dezember 2010 um 08:10 | #31

    Danke, “Sternenbum”, dass du uns so schön einen einblick in deine innere funktionsweie gewährst: ist doch klasse… wenn eine meinung nicht in dein schema passt, wird sie einfach “aussortiert”. Ist echt super: hätte nie gedacht, dass ich gleich im ersten semester in diesem studium so viel praktisches lerne.

  26. 3. Dezember 2010 um 09:25 | #32

    “Aussortieren” ist ein gutes Stichwort. Sortieren wir mal die stichhaltigen Argumente aus, die du anbringst.
    Auf den Protektor bin ich im “Wellen schlagen”-Kommentar schon eingegangen, auf Machills Äußerung möchte ich das noch etwas ausführlicher tun. Er hat das nicht auf alle Studenten bezogen gesagt. Ja natürlich! Hat auch niemand behauptet. Hätte er das getan, wäre das sein sicherer Rausschmiss. Das Problem ist nur: Gerade für einen Studenten wie Roger SOLLTE er sich interessieren. Denn sonst passiert das, was eben gerade passiert ist. Darüber hinaus lässt sich noch mehr aus diesem Satz und deinen Ausführungen ziehen. Nämlich, dass stromlinienförmig glatte Studenten, die immer artig das tun, was der Prof sagt und nichts hinterfragen, super mit ihm klar kommen, dass er aber mit kritischen Stimmen nicht umgehen kann.

    Weiter geht’s: Die Herausgeber verzichten auf ihr Honorar. Ja Wahnsinn! Wenn das stimmt, sind sie ja richtig barmherzige Samariter. Dir ist aber schon klar, dass für zukünftige Schreibe-Vorhaben eines Professors auch die Absatzzahlen eines Buches wichtig sind, oder? Ist doch klar, dass Verlage Interesse daran haben, Autoren zu verlegen, deren Bücher sich bereits gut verkauft haben. Aber pfui, das passt jetzt ja gar nicht in dein Bild von Machill.

    Und um dein Bild noch ein wenig weiter zu zerstören: Eine Kommilitonin von mir musste kurz vor Semesterbeginn ihre Mutter in Brasilien beerdigen und schaffte es deshalb nicht pünktlich zu den ersten Vorlesungen in Deutschland zu sein. Sie schrieb Machill und fragte, ob sie später an die Materialien käme und ob das überhaupt ein Problem sei. Seine Antwort: Wenn sie mehr als einmal im Seminar fehlen würde, könne sie die Klausur nicht schreiben.
    Soviel zum Thema Interesse für Studenten.

  27. Bettina
    3. Dezember 2010 um 11:28 | #33

    @ Schmand: weiß nicht, ob dass ein Schreibfehler ist. “Protektor” klingt zwar witzig und gewichtig, ist aber falsch. Aber es heißt “Prorektor”, also pro-rektor.

    @ all: Mondendingens hat einen interessanten Hinweis gebracht. Auf der Seite von Machill steht unter “Aktuelles” eine sehr ausführliche Stellungnahme.

  28. 3. Dezember 2010 um 14:10 | #34

    Die Tatsache, dass sich @Mondendingens ausgerechnet dann wieder zu Wort meldet, wenn Machill zur PR-Gegenoffensive bläst, ist interessant. Ein Schelm, der irgendetwas dabei denkt.

    Unabhängig von den Fakten, die Machill mit uns geteilt hat und der Frage, wessen Version nun die ‘richtige’ ist, zeigt die Stellungnahme, dass Machill sich unter Rechtfertigungsdruck zu sehen scheint. Das ist ja schon mal beachtlich.

  29. Tim
    3. Dezember 2010 um 14:50 | #35

    Eine erneute Frage: Darf ein Professor Urheberrechte verletzen? Siehe Vorlesungsliteratur:

    http://www.uni-leipzig.de/journalistik2/lehrstuhl/lehre/seminar/c//grundlagen-der-journalistik-7/

    Sollten wir jetzt all diese Verlage und Autoren mal anschreiben und fragen wie sie es finden, dass Machill als Professor pdf-Dateien von den Werken online stellt? Soviel zur Urheberrechtsverletung. Aber das passt jetzt sicher auch nicht ins Bild… Prof darf das, Student nicht.

  30. phine
    3. Dezember 2010 um 16:21 | #36

    hier die stellungnahme des profs:

    http://www.uni-leipzig.de/journalistik2/

  31. Bettina
    3. Dezember 2010 um 20:56 | #37

    Und hier eine “Glosse” zum Thema:
    http://www.uni-leipzig.de/journalistik2/uncover/startseite/universal/artikel/anzeigen/post-von-vaagner/

    Leider kann man nicht erkennen, wer die geschrieben hat.
    Aber Contenance bewahren geht anders.

  32. 3. Dezember 2010 um 21:18 | #38

    Vor allem dachte ich immer, dass Glossen lustig sein und sich auf ein Thema beziehen sollen. Gelacht habe ich nicht und das Thema wurde leider verfehlt.

  33. phine
  34. 5. Dezember 2010 um 13:02 | #40

    Zur obigen Frage “Darf ein Professor Urheberrechte verletzen?” ein kurzer Hinweis aus der Juristenecke: klar darf er wissenschaftliche Literatur zusammenstellen, wenn er sicherstellt, dass sie nur einem begrenzten Personenkreis zugänglich ist und das was mit seinem Forschungs- und Lehrauftrag zu tun hat. Daher auch die Passwörter, die ausschließlich für Teilnehmer der Vorlesung/des Seminars sind. Diese öffentlich zu posten ist daher nicht so glücklich, weil der Prof dann verpflichtet ist, die Seite zu sperren. Außerdem untergräbt das das Vertrauen der Lehrenden in die Studenten (ganz allgemein gesprochen).

    • Tim
      6. Dezember 2010 um 23:01 | #41

      Ein kurzer Hinweis aus der Juristenecke zurück:
      “§ 52a Öffentliche Zugänglichmachung für Unterricht und Forschung” (Urheberrechtsgesetz) besagt, dass der Prof. dafür aber vorher eine Genehmigung eingeholt und eine angemessene Vergütung gezahlt haben muss.
      Ich bezweifle sehr stark, dass dies Herr Prof. Machill getan hat. Außerdem wird im Gesetzestext immer von “in kleinen Teilen” gesprochen. Ein pdf-Dokument von einem Autor von etwa 180 Seiten ist nicht mehr rechtens. Die Vorlesungsliteratur in diesem Umfang verstößt gegen das Urheberrechtsgesetz.

      Ich habe nichts dagegen, denn es geht hier um die Studenten. Und keiner hätte sich hier deswegen beschwert… Machen ja viele Unis so. Aber wenn der Prof. selbst gegen diese Gesetze verstößt, sollte er jetzt den Studenten Roger nicht verklagen bzw. dem Verlag mitteilen, dass er den Text online gestellt hat. Das ist einfach nur lächerlich. Genauso wenig wie seine angeblich komische Glosse, welche mich eher an ein Kleinkind erinnert, dem gerade sein Lolli weggenommen wurde… Unterzeichnet mit einem “fiktiven” Namen (Franz Josef Vågner) und im Impressum steht Herr Machill als Verantwortlicher. Ebenso lächerlich sind seine Screenshots und ständigen Stellungnahmen… Ein Hund der nicht aufhören kann zu bellen…Machill redet von “gute, aktuelle Lehre” und verbietet Studenten Kopien zu benutzen. Hier merkt man doch bereits, dass seine Argumentation absolut gelogen ist. Denn wenn jeder sich mit ein bis zwei Büchern intensiv beschäftigt haben soll (was ja vollkommen legitim ist), warum muss man das Originalbuch besitzen? Warum muss man fast 40 Euro ausgeben? Wäre es nicht in Ordnung wenn sich zwei Studenten in der Klausur ein Buch teilen? Nein auch das ist nicht erlaubt. Was hat das mit Forschung und Lehre zu tun??? Machills Klausuren kann man entweder bestehen in dem man also das Buch auswendig gelernt hat oder es eben nachschlagen kann. Logisch… klingt sehr einleuchtend. Er erwähnt ebenfalls nur Klausurfragen, die er bereits einmal gestellt hat, die für seine Argumentation hilfreich sind…vergisst aber dabei die anderen Fragen, bei denen man aus seinen einwandfreien Internetrechercheergebnissen bloße Zahlen auswendig lernen musste. Die Mehrzahl seiner Fragen besteht aus Fragen zu seinem Buch… Das doch absurd.

      Er lehnt es als einziger Prof. ab seine Folien online zu stellen und klickt während den Vorlesungen Folien einfach schnell weiter…Da kann man gar nicht immer mitschreiben bzw. interessiert einigen vielleicht ja das was dort stand. Aber keine Chance das noch einmal anzuschauen… Welche VERNÜNFTIGE Erklärung gibt es, wenn man seine Folien besitzt und sich natürlich dazu noch extra Notizen macht? Das eigene Notizen notwendig sind ist doch selbstverständlich. Seine Folien nicht online zu stellen ist pure Schikane. Er will, dass es nicht zu einfach ist, wir alles lesen und das wichtigste selbst rausschreiben. Wir sollen so viel Arbeit wie möglich haben. Die über 1000 Seiten die nur zur Pflichtlektüre gehören, müssen also gewälzt und zusammengefasst werden, weil ein Prof. sich zu fein ist etwas online zu stellen. Der Herr liebe Professor der vorher immer noch schreibt das er so sehr für seine Studenten da ist? Der sich um sie so liebevoll kümmert? Für eine Vorlesung die in der Woche 90 Minuten dauert erwartet er als nächstes vielleicht noch, dass wir ein Buch zu jeder Woche selbst schreiben (über Sinn und Unsinn sich mit einem Professor aus Harvard anzulegen)… Natürlich haben wir nur Herrn Machill und sonst gar nichts anderes zu tun… Und selbst wenn wir andere Module hätten. Es ist ja wohl selbstverständlich, dass wir uns voll und ganz dem Journalistik-Modul verpflichten. Mich wundert es sehr, dass wir noch keinen Amtseid ablegen mussten:

      “Wir niedriges Fußvolk (auch Studenten genannt) schwören, dass wir unsere Kraft dem Wohle des Herrn Prof. Dr. Machill widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Machill-Eigene-Gesetz und die Gesetze der Journalistik wahren und verteidigen, unsere Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen unseres Herren üben werden. So wahr uns Herr Prof. Dr. Machill helfe.”

  35. phine
  36. Lene
    8. Dezember 2010 um 20:55 | #43

    Ich finde es durchaus in Ordnung, wenn Dozenten ihre Folien nicht ins Internet stellen – natürlich ist es dann nciht angemessen zu Erwarten, dass Studenten die auf den Folien dargestellten Tabellen auswendig können, aber grundsätzlich ist nichts dagegen einzuwenden.

    Dass es dagegen nicht sein kann, dass ein Dozent den Großteil der Klausurfragen – noch dazu völlig zusammenhangslose Zahlen und Fakten – aus einem Buch bezieht, zu dem er eine einzgie Vorlesung veranstaltet und außerdem mehrfach darauf hinweist, dass es notwendig ist diese Buch zu kaufen um die Klausur zu bestehen, sollte eigentlich jedem einleuchten.

    Ja, in seiner “Richtigstellung” und dieser gleich verlinkten “humorvollen Glosse” werden einige Aussagen der SZ als falsch dargestellt. Zum Beispiel die Äußerungen des Fach, wobei mittlerweile schon klar ist, dass dieser zwar seine Äußerungen vermutlich nicht so veröffentlich haben wollte – und deswegen davon zurücktritt – aber grundsätzlich doch eine negative Meinung von dem Vorgehen Machills hat. Machill versucht lediglich krampfhaft die Meinung der Öffentlichkeit wieder auf seine Seite zu ziehen. Dass er dazu Aussagen völlig aus dem Zusammenhang reißt und einzelne Äußerungen aus Blogs als die Meinung des Studenten Roger Vogels ausgibt zeugt lediglich davon, dass er in seiner Ehre gekränkt wurde und nun nicht von seinem Standpuntk zurücktreten will.

  37. phine
    • Dennis
      10. Dezember 2010 um 13:46 | #45

      Ich liebe unsere neue mediale Welt. Herr Machill evtl. Lust auf eine neue Stellungnahme? Ich brauch mal wieder etwas zum Lachen.

  38. Tim
    10. Dezember 2010 um 14:08 | #46
  39. Hugo
    10. Dezember 2010 um 14:26 | #47

    In der Außensicht bleibt mittlerweile nur noch bestehen, dass sich irgendein drittklassiger Student die Medien benutzt, um sich als Opfer darzustellen, obwohl er eindeutig etwas getan hat, was eben nicht legal war. Und einen Gefallen fürs weitere Leben hat er sich sicher nicht damit getan (wessen sich ein angehender Kommunikationswissenschaftsbachelor(!) durchaus bewusst sein sollte) – ganz wie dieser Jan Dominik Gunkel, der mal an der WHU Klassensprecher werden wollte…über den lachen heute auch noch eine ganze Menge Leute: http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/0,1518,238989,00.html In diesem Sinne…lasst uns alle mittwochs Wale retten.

  40. Tim
    10. Dezember 2010 um 17:37 | #48

    Ich habe von zu verlässigen Quellen aus Stuttgart erfahren, dass ein Herr Geißler zurzeit nichts zu tun hat… Vielleicht sollte man ihn ja einmal anrufen? :)

  41. Marie
    13. Dezember 2010 um 15:15 | #49

    Leute ich dreh am Rad. Ich habe soeben die beiden Kapitel aus dem Buch “Medienfreiheit nach der Wende” für kommenden Mittwoch gelesen… Das hat überhaupt NICHTS mit dem Modul “Grundlagen der Journalistik” zu tun. Das hätten wir letztes Semester in Module “Mediensystem” verwenden können, aber nicht in diesem Modul bei Herrn Machill. Ihr könnt mir sagen was ihr wollt: Dieses Buch musste man nur kaufen, weil Machill der Herausgeber ist. Ich habe keine Probleme auch einmal 40 Euro für ein Buch zu bezahlen. Aber dann soll es zum Thema passen und wirklich die Grundlagen erklären und nicht eine Übersicht zum Mediensystem liefern. Traurig… Das Institut ist endlich mal gefragt. Hat denn niemand von den anderen Profs. einmal den “Arsch in der Hose” um was dagegen zu tun???

  1. 30. November 2010 um 20:51 | #1
  2. 30. November 2010 um 23:19 | #2
  3. 2. Dezember 2010 um 00:11 | #3
  4. 2. Dezember 2010 um 21:28 | #4
  5. 3. Dezember 2010 um 13:37 | #5
  6. 3. Dezember 2010 um 15:02 | #6
  7. 5. Dezember 2010 um 15:45 | #7
  8. 10. Dezember 2010 um 14:13 | #8
  9. 22. Dezember 2010 um 10:24 | #9
  10. 18. Januar 2011 um 20:11 | #10
  11. 25. April 2011 um 15:09 | #11

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